Campax-Petition mit Forderung an FIFA, UEFA und Schweizerischer Fussballverband (SFV): “Kein Frauenfussball mit Israel”Über 900 Personen fordern: "Genozid darf nicht normalisiert werden"
Eine Campax-Petition fordert den Schweizerischen Fussballverband (SFV) dazu auf, die Länderspiele der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft gegen Israel abzusagen. Die Petition wurde in zwei Sprachen, Deutsch und Französisch lanciert und hat per Stand heute Mittag 12 Uhr über 900 Unterschriften in beiden Sprachen erreicht (über 500 die deutschsprachige Petition, über 400 die französischsprachige).
Die Petitionäre begründen ihre Forderung in einer aktuellen Medienmitteilung mit den Untersuchungen des UNO-Menschenrechtsrats. Im Einzelnen führen sie Folgendes an (kursiv):
Am 13. Oktober spielt die Schweizer Frauen-Nati gegen Israel. Das Heimspiel findet in Sion statt. Uns bleiben nur noch wenige Tage. Jede Unterschrift macht es für den SFV schwieriger, einfach wegzuschauen.
Warum jetzt?
Über 74’000 Palästinenser*innen wurden getötet, darunter 21’638 Kinder. 1,4 Millionen Menschen haben in Palästina kein Zuhause mehr. 82 Prozent aller Gebäude sind beschädigt, rund zwei Drittel ganz zerstört. 207 Journalist*innen haben ihr Leben verloren. Nach einer 80-tägigen Blockade droht der gesamten Bevölkerung eine Hungersnot.
Im September 2025 kam die Untersuchungskommission des UNO-Menschenrechtsrats zum Schluss, dass Israel in Gaza einen Genozid begeht. Amnesty International, Human Rights Watch und die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem sind zum selben Ergebnis gekommen. Vor dem Internationalen Gerichtshof klagt Südafrika gegen Israel, und über 18 Staaten unterstützen die Klage, darunter Spanien, Irland, Belgien und die Türkei.
Nur die Sportverbände tun so, als wäre nichts.
Bei Russland war das auch möglich
Als Russland 2022 die Ukraine angriff, haben FIFA und UEFA das Land innert weniger Tage von den Wettkämpfen suspendiert. Bei Israel passierte das nicht, obwohl die Vorwürfe gegen den Staat schwer wiegen und breit dokumentiert sind. Israel spielt damit weiter international mit, und die Schweiz tritt im Oktober gleich zweimal gegen das Team an. Wir fragen uns: Wenn der Ausschluss von Russland richtig war, warum soll für Israel etwas anderes gelten?
In Irland haben über 160 Sportler*innen einen Boykottaufruf unterschrieben. Der irische Verband fordert seither die Suspendierung Israels. Norwegen hat bei FIFA und UEFA offiziell einen Antrag gestellt. Mehr als 60 Athlet*innen aus aller Welt haben sich in einem offenen Brief an den UEFA-Präsident Aleksander Čeferin gewandt.
Und die Schweiz? Der Schweizerische Fussballverband schweigt.
SFV setzt ein fragwürdiges Zeichen – wir wehren uns!
Wird in Sion angepfiffen, als wäre nichts, sendet der SFV eine klare Botschaft: Mit Israel ist alles normal. Doch an einem Genozid ist nichts normal. Wir werden nicht auf der Tribüne sitzen und zusehen, wie Fussball ihn normal aussehen lässt.
Mit 500 Unterschriften gehen wir auf die Medien im Wallis zu. Ab 1000 verlangen wir vom SFV eine offizielle Stellungnahme. Ab 2500 informieren wir das Bundesamt für Sport (BASPO). Und ab 5000 bitten wir Parlamentarier*innen, das Thema mit einem Vorstoss ins Parlament zu bringen.
(pd, rm)
(Bild: Campax- Petition)


