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Wer profitierte finanziell von den Menschenexperimenten?
Das Cardioband und Maisano: eine größere Dimension, über die Schweiz hinausWer profitierte finanziell von den Menschenexperimenten?

Das Cardioband und Maisano: eine größere Dimension, über die Schweiz hinaus

Wer profitierte finanziell von den Menschenexperimenten?
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Das Cardioband und Maisano. Über 70 Todesfälle allein in der Schweiz. Es fragt sich: Wer profitierte finanziell von den Menschenexperimenten?

Das USZ beziehungsweise die UZH-Stiftung waren offenbar nicht Eigentümer oder direkte wirtschaftliche Nutznießer des Cardioband, auch wenn sie aktuell in einem Artikel von Alex Gantner ins Spiel gebracht werden ist eine finanzielle Verstrickung zumindest bisher (noch) nicht belegt. Die wirtschaftlichen Rechte lagen bei privaten bzw. ausländischen Firmenstrukturen.

Das Cardioband wurde von der israelischen Firma Valtech Cardio entwickelt, die 2005 von Amir Gross gegründet wurde. Maisano wirkte ab 2008 als Chief Medical Officer und später als Berater mit. Das Produkt erhielt 2015 die CE-Zulassung in Europa auf Basis einer Machbarkeitsstudie, die unter anderem an Kliniken in Mailand, Paris, Hamburg, Bonn und Zürich durchgeführt wurde.

Verkauf: Es ging um 690 Millionen

Ende 2016 wurde Valtech Cardio für rund 340 Millionen US-Dollar (plus mögliche Meilensteinzahlungen von 350 Millionen USD) an den US-Konzern Edwards Lifesciences. Maisano profitierte finanziell.

Am UZH kam es zu 70 vermeidbaren Todesfällen. Doch der Medizinskandal, zu dem sich weder Giorgia Meloni (anders als bei der Katastrophe von Crans-Montana) noch israelische Politiker äußern, hat völlig andere Dimensionen.

Das Produkt wurde auch an anderen Schweizer und zahlreichen deutschen Kliniken verwendet; in Deutschland sollen bis 2025 über 500 Implantationen erfolgt sein. Die europäische Zulassung wurde 2024 zurückgezogen.

Der Skandal beschränkt sich somit bei Weitem nicht auf Zürich. Das Cardioband wurde europaweit eingesetzt, wobei Deutschland besonders betroffen war.

Und mehr noch: Die israelische Valtech Cardio entwickelte parallel auch das Cardiovalve, ein anderes Herzklappen-Produkt, an dem Maisano ebenfalls beteiligt war. Auch hier ging es also um finanzielle Interessen. Maiano besaß, wie der Tagesanzeiger berichtet, Aktienoptionen von Valtech Cardio.

Cardiovalve wurde an einen chinesischen Medtech-Unternehmen verkauft und befindet sich noch im Zulassungsverfahren. 300 Mio. USD plus mögliche Meilensteinzahlungen, das war der Betrag, um den es 2022 ging.

Die nun erfolgte Administrativuntersuchung „zu den Vorkommnissen an der Klinik für Herzchirurgie im Zeitraum von 2016 – 2020 weist schwerwiegende Mängel nach„. Daß es überhaupt zu dieser kam, ist vor allen Dingen auch dem Hinweisgeber André Plaß zu verdanken, der bei der Aufdeckung der Mißstände eine zentrale Rolle zukommt.

Francesco Maisano war an der Mailänder San Raffaele Klinik angestellt. Und zugleich aber auch 2008 bis 2013  “Chief Medical Officer” bei Valtech Cardio. Und er war an der Entwicklung des “Cardiobands” beteiligt.

Das im Zentrum der Affäre stehende “Cardioband” gehörte der von Amir Gross. gegründeten israelischen Firma Valtech Cardio Hinter Valtech wiederum standen Peregrine Ventures, Israels größter Risikokapitalgeber im Bereich Medizintechnik, sowie einige andere Investoren.

Wie die Times of Israel berichtete, wurde das Ziel von Valtech erreicht, das Cardioband mit großem Gewinn an eine Medizinaltechnik-Firma zu verkaufen.

Viele Todesopfer in ganz Europa später: Das Cardioband hat nun keine Zulassung mehr für den europäischen Markt. Es gibt viel aufzuarbeiten. 

Ohne den soeben dargestellten israelischen Hintergrund kann man die “Cardioband”-Affäre nicht wirklich verstehen. Der italienische Professor M. und der Skandal am Herzzentrum der Uniklinik Zürich sind letztlich nur ein Aspekt dieser komplexen Angelegenheit. Dennoch haben Schweizer Medien die israelische Dimension bisher gar nicht oder nur ganz am Rande erwähnt – mit einer wesentlichen Ausnahme: einem Gastbeitrag auf einem bekannten Zürcher Finanzblog„, kritisiert das Portal Swiss policy reserach, wobei es – unbelegte –  Mutmaßungen über die Gründe dafür aufstellt.

Weiterführendes, Archivdokumentationen

cadensee.com/amir-gross/

https://archive.ph/wip/fDHya

https://archive.ph/wip/yIkO0

presseportal.ch/de/pm/100055029/100745860

innovationisrael.org.il/en/success_story/valtech-ltd/
https://archive.ph/fDHya

jpost.com/israel-news/article-837235

www.timesofisrael.com/edwards-lifesciences-to-buy-israels-valtech-cardio-for-up-to-690m/

https://archive.ph/ZmyLX

https://archive.ph/MnEiy#selection-1109.0-1109.67

https://www.prnewswire.com/news-releases/venus-medtech-acquires-cardiovalve-to-optimize-its-innovative-products-pipeline-of-mitral-and-tricuspid-valve-replacement-301439718.html

https://www.tagesanzeiger.ch/usz-pruefer-greifen-nach-unispital-affaere-um-maisano-durch-380083987462

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