
Crans-Montana: Italien hat kein Vertrauen mehr in die Walliser JustizItalienische Staatsanwaltschaft will eigene Ermittler ins Wallis senden
Die Ermittlungen beziehungsweise namentlich die Nicht-Ermittlungen der Walliser Staatsanwaltschaft haben eine schwere diplomatische Krise zwischen der Schweiz und Italien ausgelöst. Italiens Premierministerin Giorgia Meloni rief den italienischen Botschafter zurück.
Nun will das Nachbarland selbst ermitteln im Wallis. Das Vertrauen in die Walliser Justiz ist dahin.
Die italienische Staatsanwaltschaft möchte eigene Ermittler ins Wallis entsenden, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa.
Dies wurde mittels Rechtshilfeersuchen beim Walliser Staatsrat beantragt.
Diese Anfrage bereits vor Tagen an die Walliser Regierung gesandt.
Italien fordert Herausgabe der Ermittlungsakten
Doch nicht nur will Italien eigene Ermittler in die Schweiz senden. Sondern das Nachbarland möchte auch alle Ermittlungsakten haben.
Im Zuge des offiziellen Rechtshilfeersuchens fordert Italien auch die Herausgabe aller Unterlagen zu den bisher durchgeführten Voruntersuchungen.
Herausgabe der Brandschutzunterlagen von Crans-Montana gefordert
Nicht einmal wurden anscheinend bisher die Brandschutzverantwortlichen von Crans-Montana angeklagt oder wenigstens einvernommen wie zahlreiche Medien berichten.
Nachdem die Walliser Staatsanwaltschaft offenbar nicht einmal Sicherstellungen von Brandschutzunterlagen vorgenommen hat, wie übereinstimmend verschiedene Schweizer Medien wie u. a. die NZZ aber auch viele andere berichten, wollen die Italiener diese Akten sehen.
Im Zuge des offiziellen Rechtshilfeersuchens werden auch explizit Dokumente aus Crans-Montana, etwa zum Brandschutz, namentlich zu den früheren Genehmigungen der Bar Le Constellation, zu den Inspektionen durch die örtlichen Behörden sowie zum Stand der Umsetzung der Unfallverhütungs- und Sicherheitsvorschriften, angefordert.
Das heißt, wenn die Medienberichte zutreffen, daß die Walliser Staatsanwaltschaft noch nicht einmal solche Unterlagen sichergestellt hat, könnte es nun sein, daß sie dank der italienischen Ermittler sichergestellt werden müssen.
Eine beschämende Angelegenheit, wenn anscheinend sich Angehörige der großteils sehr jungen Todesopfer und die Verletzungs-Opfer und ihre Familien sich mehr auf ausländische Justiz verlassen müssen als auf die Walliser Justiz.
Kommunikation bzw. Nicht-Kommunikation
Die Staatsanwaltschaft Wallis beantwortet Medienfragen, obwohl die Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud nur noch die Kommunikation führt wie es offiziell hieß, offenbar generell nicht. Dies berichten übereinstimmend auch andere Medien wie etwa die bereits oben genannte NZZ.
(rm)

