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Versorgungssicherheit zwischen Eigenständigkeit und Zusammenarbeit
Erergieforum in SidersVersorgungssicherheit zwischen Eigenständigkeit und Zusammenarbeit

Erergieforum in Siders

Versorgungssicherheit zwischen Eigenständigkeit und Zusammenarbeit
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Wie kann die Schweiz ihre Energieversorgung langfristig sichern? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Energieforums in Siders (Energy Forum). Angesichts geopolitischer Spannungen, volatiler Energiemärkte und des Klimawandels diskutierten vier Expertinnen und Experten aus Politik, Energiewirtschaft und Forschung über die Zukunft der Schweizer Energieversorgung, berichtet die HES-SO. Staatsrätin Franziska Biner ist auf der Veranstaltung, die hier als Videomitschnitt einzusehen ist, auf Französisch zu hören. Man hört, daß sie nicht Muttersprachlerin ist, aber schön im Sinne der Mehrsprachigkeit des Kantons, daß sie es wagt. 

Trotz unterschiedlicher Perspektiven zeichneten ihre Beiträge der Veranstaltung ein klares Bild, so die HES-SO. Die Schweiz könne ihre Abhängigkeit von fossilen Energieträgern deutlich reduzieren. Entscheidend dafür sind mehr Energieeffizienz, der Ausbau erneuerbarer Energien, ein leistungsfähiges Stromnetz und eine enge Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarstaaten.

Weniger verbrauchen, mehr lokal produzieren

Für Franziska Biner, Vorsteherin des Departements für Finanzen und Energie des Kantons Wallis, beginnt die Energiewende beim Energieverbrauch. Gebäude energetisch zu sanieren und ihren Verbrauch zu senken, sei der erste und einfachste Schritt.

Gleichzeitig müsse die inländische Stromproduktion weiter ausgebaut werden. Das Wallis verfüge mit seinen Wasserkraftwerken und alpinen Solaranlagen über großes Potential. Ebenso wichtig sei jedoch ein bewußterer Umgang mit Energie. Strom müsse dann genutzt werden, wenn er verfügbar ist, um Produktion und Verbrauch besser aufeinander abzustimmen.

Das Stromnetz als Schlüssel

Raphael Wu von Swissgrid zeigte auf, welche Bedeutung das Stromnetz für die Stabilität der Schweizer Energieversorgung hat. Aufgabe der nationalen Netzgesellschaft ist es, Produktion und Verbrauch jederzeit im Gleichgewicht zu halten, obwohl erneuerbare Energien wetterabhängig erzeugt werden.

Die Vernetzung mit dem europäischen Stromsystem spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie ermöglicht es, Stromüberschüsse zu exportieren und bei Bedarf Energie zu importieren. Damit trägt sie wesentlich zur Versorgungssicherheit der Schweiz bei.

Solarenergie als robuste Strategie

Stefano Moret, Professor am Politecnico di Milano, präsentierte Erkenntnisse aus der Energieforschung und der Modellierung von Energieszenarien.

Seine Analysen zeigen, dass Investitionen in die Solarenergie unabhängig von künftigen Entwicklungen zu den tragfähigsten Lösungen gehören. Gleichzeitig betonte er, dass eine vollständig autarke Schweiz weder realistisch noch sinnvoll sei. Der Austausch mit den europäischen Nachbarstaaten erhöhe vielmehr die Stabilität des gesamten Energiesystems.

Auch wenn der Umbau des Energiesystems heute Investitionen erfordere, überwiegen langfristig die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteile.

Erdöl bleibt die größte Abhängigkeit

Susan Mühlemeier, Energieexpertin und Geschäftsführerin von Facts-Consulting, lenkte den Blick auf die anhaltende Abhängigkeit der Schweiz von Erdöl und Erdgas.

Gerade fossile Energieträger machten die Energieversorgung anfällig für geopolitische Krisen und internationale Konflikte. Gleichzeitig verfüge die Schweiz über gute Voraussetzungen, um ihre Resilienz zu stärken. Das dezentrale Energiesystem ermögliche es, flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren.

Ihre Vision ist eine Schweiz, die ihren Energiebedarf weitgehend mit erneuerbaren Energien deckt und gleichzeitig eng mit ihren europäischen Nachbarstaaten verbunden bleibt.

Gemeinsame Lösungen

Den Abschluß bildete eine Podiumsdiskussion mit den vier Referierenden sowie Joël Fournier, Chef der Dienststelle für Energie und Wasserkraft des Kantons Wallis, und Pierre Roduit, Leiter des Forschungsinstituts für Energie und Umwelt der HES-SO Valais-Wallis. Moderiert wurde das Gespräch von Stéphane Genoud. Im Mittelpunkt standen konkrete Ansätze, wie die Schweiz ihre Versorgungssicherheit stärken und gleichzeitig ihre Zusammenarbeit mit Europa weiterentwickeln kann.

Das Energie-Forum 2026 machte deutlich: Eine sichere Energieversorgung entsteht durch mehr Energieeffizienz, den Ausbau erneuerbarer Energien, die Zusammenarbeit mit Europa und den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Ziel ist eine Schweiz, die ihre Energieversorgung souveräner gestaltet, ohne sich von ihren europäischen Partnern abzukoppeln.

Weiterführendes

Thema der Veranstaltung war:  Versorgungssicherheit: eine wirtschaftliche und politische Herausforderung. Wie läßt sich ihre Robustheit bewerten und beeinflussen?

Diese Veranstaltung bot Arbeitskreise, die sich an Spezialisten der jeweiligen Fachgebiete richten und während derer spezifische Themen behandelt werden, und andererseits eine Konferenz, die der Bevölkerung und den Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft Möglichkeiten zum Meinungsaustausch und Networking bietet.

Das Programm des Abends

Reduzierung der Energieabhängigkeit der Schweiz und des Kantons Wallis: Welche Ansätze für morgen?
Franziska Biner, Vorsteherin des Departements für Finanzen und Energie

Ist die Integration der Photovoltaik mit dem System kompatibel ?
Raphael Wu, Leitender Marktstrategieexperte, Swissgrid

Robuste Energieplanung angesichts einer unsicheren Zukunft: Perspektiven aus der akademischen Forschung
Stefano Moret, Professor und Doktor der Energiesysteme an der Politecnico di Milano.

Soziotechnische Resilienz : Systemisches Denken zur Gestaltung des Energiesektors von morgen
Susan Mühlemeier, Selbstständige Energiespezialistin bei einer Firma, namens “Facts Consulting”

Runder Tisch unter der Leitung von Prof. Dr. Stéphane Genoud

(pd, rm)
(Fotos: HEV-SO)

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