
Henning Müller erhält den PreisProfessor der HES-SO geehrt
Professor Henning Müller hat anläßlich der Jahresveranstaltung «Connexions’25» in Freiburg den HES-SO-Preis erhalten, der die Förderung von Innovation und Ausbildung würdigt, berichtet aktuell die Hochschule.
Über 800 wissenschaftliche Publikationen, 34’000 Zitate in „Google Scholar“, 20 Millionen eingeworbene Drittmittel, 15 vom Schweizerischen Nationalfonds und 20 von der Europäischen Union finanzierte Projekte sowie Betreuung von 35 Bachelor-, 10 Master- und 20 Doktorarbeiten.
Diese beeindruckenden Zahlen illustrieren die bisherige Karriere von Dr. Henning Müller an der HES-SO Valais-Wallis, sagen jedoch wenig darüber aus, daß er vor allem ein engagierter und leidenschaftlicher Dozent und Forscher ist, so die HES-SO.
Der 53-jährige Informatikingenieur aus Deutschland arbeitet seit 18 Jahren als Ordentlicher Professor an der HES-SO Valais-Wallis und blickt auf eine aussergewöhnliche akademische Laufbahn in der medizinischen Informatik zurück, insbesondere im Bereich der KI-gestützten Bilderkennung, die im Gesundheitswesen neue Möglichkeiten eröffnet.
Forschung im Dienst der Bevölkerung
Im Mittelpunkt von Henning Müllers Forschung steht der Nutzen für die Bevölkerung, insbesondere für Menschen, die an Krebs oder neurodegenerativen Erkrankungen leiden.
Mithilfe von maschinellem Lernen („machine learning“, Deep Learning und multimodaler KI entwickelt er Werkzeuge für die radiologische Diagnostik. Seine Algorithmen können CT- und MRT-Bilder analysieren und Anomalien schneller erkennen als das menschliche Auge.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Nutzung großer klinischer Datensätze.
Mit den in Siders entwickelten Methoden lassen sich diese Daten standardisieren, bereinigen, analysieren und annotieren, was den Klinikalltag entlastet und die Effizienz der Diagnostik steigert. Seine Mitarbeitenden beschreiben ihn als diskreten, aber dynamischen Forscher und aufmerksamen Projektleiter, der sich mit grossem Engagement und Enthusiasmus für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung einsetzt.
Offenheit, Mannschaftsgeist und Spitzenforschung
Henning Müller ist an der HES-SO Valais-Wallis eine herausragende Persönlichkeit, die von seinem Team sehr geschätzt wird.
Er leitet eine rund dreißigköpfige Forschungsgruppe und legt großen Wert auf ein gutes Arbeitsklima.
Vielfalt, Inklusion und Wohlwollen als Grundpfeiler
Vielfalt, Inklusion und Wohlwollen gehören für ihn zu den Grundpfeilern der Zusammenarbeit, so die HES-SO.
Daß es ihm in einem technischen Forschungsfeld wie der Informatik gelungen ist, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Doktorandinnen und Doktoranden zu erreichen, unterstreiche seinen Einsatz in diesem Bereich.
Dr. Müller arbeitet mit zahlreichen Institutionen aus dem Sozial- und Gesundheitswesen zusammen, darunter das CHUV, die HUG, das Inselspital Bern, die SUVA und das Spital Wallis.
Diese Partnerschaften tragen wesentlich zur führenden Stellung der HES-SO Valais-Wallis in der medizinischen Forschung bei.
Henning Müller ist ein überzeugter Verfechter des Wissensaustauschs und der Offenen Wissenschaft („open science“).
So hat er zahlreiche generierte medizinische Datensätze öffentlich zugänglich gemacht.
Medizinische Daten, ein großes Thema unserer Zeit
Auch ethische Fragen sind für ihn ein zentraler Bestandteil der Forschung, insbesondere im Umgang mit großen Mengen medizinischer Daten.
Im Rahmen des NFP 75 arbeitete er an einem Ethikprojekt der Universität Basel mit.
Erster Forscher der HES-SO mit einer Veröffentlichung in der renommierten Fachzeitschrift „Nature“.
Als erster Forscher der HES-SO publizierte Henning Müller einen wissenschaftlichen Artikel in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Digital Medicine“. Seit über zwanzig Jahren trägt er wesentlich zur Weiterentwicklung der Medizininformatik bei.
Er war Koordinator und wissenschaftlicher Leiter bedeutender europäischer Projekte sowie zahlreicher Projekte des Schweizerischen Nationalfonds und tritt regelmässig als Experte auf internationalen Konferenzen auf.
Zudem war er der erste Forscher der HES-SO, der die Koordination eines H2020-Projekts übernahm.
Ein leidenschaftlicher Dozent
Neben seiner Forschungstätigkeit ist Henning Müller ein engagierter und leidenschaftlicher Dozent. Er unterrichtet im Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik sowie im Masterstudiengang namens „Management of Information Systems“ was wohl soviel heißt wie „Führung von Informationssystemen“.
2024 führte er im Bachelorstudiengang das Modul „E-Gesundheit“ bzw. Englisch „E-Health“ ein, da er sich der Bedeutung gut ausgebildeter IT-Fachleute für das Gesundheitswesen bewußt ist.
Darüberhinaus betreut er in Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten rund ein dutzend Doktorandinnen und Doktoranden, was zur internationalen Sichtbarkeit der HES-SO beiträgt.
Er ist auch in den Bachelorstudiengängen Betriebsökonomie, Pflege und Physiotherapie der HES-SO Valais-Wallis tätig und unterrichtet an anderen Hochschulen, unter anderem an der medizinischen Fakultät der Universität Genf.
(pd, rm)
(Foto: HES-SO)

