Irankrieg: Dringliche Interpellation eingereicht"Akute Gefährdung der Versorgungssicherheit im Wallis infolge des Irankriegs"
Schon bei Beginn des Stellvertreterskrieges zwischen Nato/USA und Rußland in der Ukraine schossen im Wallis die Strompreise hoch, dies um bis zu 70%.
Und wie es sich auswirkt, wenn ein Strom da ist, das erlebte das Wallis unter anderem, als Saas-Fee von der Außenwelt abgeschnitten war und nicht nur das Einkaufen nicht mehr ging, weil Bankkarten nicht mehr funktionierten, sondern auch die Kommunikation nicht mehr vorhanden war, weil einige Gemeinden im Saastal nicht einmal funtionierende Notstromaggregate hatten.
Die SVPO hat aktuell, vertreten durch Christian Gasser, Ralph Kummer, Barbara Anthamatten und Martin Giachino, eine dringliche Interpellation zu einem aktuellen Ereignis eingereicht, dem Irankrieg und – woran man als Erstes hierbei gar nicht denkt – seinen direkten Auswirkungen auf das Wallis. Die Interpellanten schreiben dazu:
Die aktuelle geopolitische Lage und der eskalierende Irankrieg haben zu einer beispiellosen globalen Energiekrise geführt
Dieser Konflikt insbesondere die weltweite Auswirkung der Kriegshandlungen der verschiedenen Parteien waren nicht vorhersehbar. Es ist in nächster Zeit auch nicht mit einer Entspannung zu rechnen.
Notwendigkeit einer umgehenden Reaktion oder Maßnahme
Obwohl der Steuerungsausschuß Versorgungssicherheit Energie des Bundes die Lage Mitte März noch als “stabil mit Restrisiken” einstufte zwingt uns die immense Dynamik und Härte dieser globalen Krise dazu, die Bereitschaft und Notfallplanung unseres Kantons umgehend und kritisch zu hinterfragen.
Die aktuelle geopolitische Lage und der eskalierende Irankrieg haben zu einer beispiellosen globalen Energiekrise geführt, welche die Dimensionen historischer Ölschocks bei weitem übersteigt. Während in der Ölkrise von 1973/1974, die verheerende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hatte, rund 4 bis 5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag auf dem Weltmarkt fehlten, verzeichnen wir heute einen massiven Ausfall von über 13 Millionen Barrel pro Tag. Die Auswirkungen dieser drastischen Verknappung sind bereits weltweit und insbesondere in Europa gravierend spürbar.
In Südostasien wird Treibstoff bereits streng rationiert; so dürfen beispielsweise in Sri Lanka Autofahrer nur noch 15 Liter Benzin pro Woche beziehen, und in Kambodscha mußte ein Drittel der Tankstellen schließen. Auch in Europa spitzt sich die Lage dramatisch zu. Die Lufthansa-Gruppe sah sich gezwungen, bis Oktober 2026 rund 20’000 Kurzstreckenflüge aufgrund von akutem Kerosinmangel und exorbitanten Preissteigerungen zu streichen. Die Preise für Heizöl und Diesel haben in Europa Rekordhöhen erreicht, und die Europäische Union bereitet Notfallpläne zur Umverteilung von Kerosinbeständen vor, da rund 20 Prozent des europäischen Bedarfs ausfallen.
Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor den weitreichenden Konsequenzen dieses größten Versorgungsausfalls der Geschichte und empfiehlt Notfallmaßnahmen wie abwechselnde Fahrtage und Tempolimits. Obwohl der Steuerungsausschuß Versorgungssicherheit Energie des Bundes die Lage Mitte März noch als “stabil mit Restrisiken” einstufte, zwingt uns die immense Dynamik und Härte dieser globalen Krise dazu, die Bereitschaft und Notfallplanung unseres Kantons umgehend und kritisch zu hinterfragen.
Das Wallis mit seiner alpinen Topografie, den dezentralen Siedlungsstrukturen und der starken Abhängigkeit vom Individualverkehr sowie von funktionierenden Lieferketten für die Tourismus- und Industriebranche ist besonders verletzlich gegenüber langanhaltenden Treibstoff- und Energieengpässen. Ein proaktives und vorausschauendes Handeln der Kantonsregierung ist daher unabdingbar, um die Sicherheit und Grundversorgung der Walliser Bevölkerung in den kommenden Monaten zu gewährleisten.
Schlußfolgerung
1. Strategie für öffentliche Infrastrukturen: Wie sieht die konkrete Strategie und Notfallplanung des Kantons Wallis aus, um die Versorgungssicherheit und den Betrieb der öffentlichen Infrastrukturen (wie Spitäler, Rettungsdienste, Polizei und öffentlicher Verkehr) bei einer akuten Treibstoff- und Energieknappheit lückenlos aufrechtzuerhalten?
2. Resilienz kritischer Infrastrukturen bei einer Energiesperre: Wie ist der Kanton auf das Szenario einer sogenannten “Energiesperre” vorbereitet? Sind die kritischen Infrastrukturen (insbesondere Telekommunikation, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung) ausreichend mit Notstromaggregaten und den dafür notwendigen Treibstoffreserven ausgestattet, um längere Ausfälle überbrücken zu können?
3. Kantonale Notfallmaßnahmen zur Treibstoffreduktion: Sind auf kantonaler Ebene spezifische Maßnahmen geplant, um den Treibstoffverbrauch proaktiv zu senken, wie beispielsweise die Einführung von autofreien Tagen, die Anordnung von Heimarbeit-Pflichten für die kantonale Verwaltung oder die Reduktion von nicht zwingend notwendigen Transporten?
4. Auswirkungen auf die Stromversorgung: Inwiefern wird sich die globale Öl- und Gasknappheit auf die Stromversorgung im Kanton Wallis im kommenden Winter auswirken, insbesondere im Hinblick auf den Betrieb von thermischen Kraftwerken und Notstromgruppen, die auf fossile Brennstoffe angewiesen sind?
5. Schutz der vulnerablen Wirtschaftssektoren: Welche Unterstützungsmaßnahmen plant der Kanton für die besonders betroffenen Sektoren wie das Transportgewerbe, die Landwirtschaft und den Tourismus, falls die Treibstoffpreise weiter explodieren oder physische Rationierungen unumgänglich werden?
(pd, rm)


