Michael Graber und Franz Ruppen kandidieren als BundesräteWie stehen ihre Chancen?
Michael Graber und Franz Ruppen kandidieren als Bundesräte, wie Walliser Zeitung schon am Tag des Rücktritts von Guy Parmelin thematisiert hatte – und dabei auch die Frage danach, wie ihre Chancen stehen, thematisiert hatte.
Nun fragt sich erneut die Frage: Wie stehen für Michael Graber und Franz Ruppen die Chancen?
Sie dürften sich allenfalls erhöht haben, nachdem politische Schwergewichte wie Nathalie Rickli, Martullo-Blocher und andere abgesagt hatten.
• Natalie Rickli (Regierungsrätin ZH) – Galt als eine der Kronfavoritinnen, ging erstmal auf Tauchferien in den Malediven – wie schon während Corona. Dies, um nachzudenken, ob sie Bundesrätin werden wolle, wie sie sagte. Es folgte die Absage.
• Pascal Schmid, ein Favorit von Blocher (Nationalrat und Asylchef TG) verzichtete.
• Esther Friedli (Ständerätin SG) – Schloß eine Kandidatur bereits frühzeitig aus.
• Thomas Matter (Nationalrat und Parteivizepräsident ZH) – Sagte kurz vor Ablauf der Meldefrist ab.
• Marcel Dettling (Nationalrat und SVP-Parteipräsident SZ) – Erteilte dem Amt ebenfalls eine Absage.
• Magdalena Martullo-Blocher (Nationalrat und Parteivizepräsidentin GR) stellte sich nicht zur Wahl.
• Franz Grüter (Nationalrat und Unternehmer LU) – Begründete seinen Verzicht mit dem großen zeitlichen Preis für das Familien- und Privatleben.
• Christian Imark (Nationalrat SO) – Verzichtet aus familiären Gründen, da seine kleinen Kinder den Vater bräuchten.
Das heißt, die Kronfavoriten aus der erste Reihe sind weg. Neue Kandidaturen kamen hinzu, aber keine solchen politischen Schwergewichte die obengenannten.
Die am heißesten gehandelte Kandidatin, die sowohl aus der Romandie statt als auch das “richtige” Geschlecht hat, Céline Amaudruz (Nationalrätin, Kanton Genf) hat allerdings ein Problem. In den vergangenen Wochen wurde ihre Alkohoproblematik von so gut wie allen Schweizer Medien thematisiert, so auch in diesem Medium.
Marco Chiesa (Ständerat und ehemaliger Parteipräsident, Kanton Tessin) tritt an, aber er hat wohl kaum Chancen, denn mit ihm und Ignazio Cassis wäre das “kleine” Tessin im Bundesratsgremium stark überertreten.
Außerdem kandidieren:
• Pierre Alain Schnegg (Regierungspräsident, Kanton Bern)
• Thomas Aeschi (Nationalrat und Fraktionspräsident, Kanton Zug)
• Rémy Wyssmann (Nationalrat, Kanton Solothurn)
• Jean-Pierre Gallati (Regierungsrat, Kanton Aargau)
Ein Teil des Parlaments fordert jedoch wieder eine Vertretung aus der Westschweiz, schließlich ist mit dem erklärten Rücktritt von Parmelin ein Vertreter der Westschweiz zurückgetreten.
Keiner der Kandidaten erfüllt diese Anforderung.
Am nächsten kommen ihr aber Michael Graber und Franz Ruppen, die im deutschsprachigen Teil der zweisprachigen, der Westschweiz zugeordneten Kanton politisieren und damit konkreten Bezug zur Romandie haben.
Remo Maßat
Bild: Christian Wasserfallen, Bern


