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Gemeinsam für die Wanderwege – und ein besseres Miteinander
Mit Schaufel und Mountainbike für die Walliser WegeGemeinsam für die Wanderwege – und ein besseres Miteinander

Mit Schaufel und Mountainbike für die Walliser Wege

Gemeinsam für die Wanderwege – und ein besseres Miteinander
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Der Walliser Mountainbiker und Patagonia-Ambassador Ludo May engagiert sich mit Entretrail für den Unterhalt von Wanderwegen. Im Lötschental halfen anfangs Oktober rund 20 Freiwillige, beschädigte Abschnitte zwischen der Lauchernalp und Wiler instand zu setzen. Dabei ging es auch um das Miteinander jener, die diese Wege nutzen.

Entretrail entstand 2018. Der ehrenamtliche Verein widmet sich dem Unterhalt von Wanderwegen, insbesondere dort, wo auch viele Mountainbiker unterwegs sind. Zu den Beteiligten gehört seit den Anfängen Ludo May. Der professionelle Mountainbiker aus der Region Verbier organisiert inzwischen mehrtägige Einsätze, bei denen Freiwillige gemeinsam Wege reparieren.

Beim jüngsten Anlass im Lötschental beteiligten sich über drei Tage hinweg rund 20 Personen. Während eineinhalb Tagen arbeiteten sie an einem Waldweg zwischen der Lauchernalp und Wiler. Erosion und abgekürzte Kurven hatten dort Spuren hinterlassen. Die Helfenden bewegten Steine und Baumstämme, brachten Erde ein und stellten beschädigte Wegabschnitte wieder her.

Zum Rahmenprogramm gehörte zudem ein Vortrag der britischen Mountainbikerin und Patagonia-Ambassador Manon Carpenter, Downhill-Weltmeisterin von 2014. Sie sprach über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wege und über Fragen des Zugangs und der gemeinsamen Nutzung. Auch May griff das Thema des respektvollen Miteinanders auf. Beim Unterhalt, so sein Anliegen, sollen die Bedürfnisse der Wandernden im Vordergrund stehen.

Im Gespräch vor dem Einsatz erklärte May, weshalb er sich für Entretrail engagiert, wie die Arbeiten organisiert werden und wer mithelfen kann.

Herr May, Sie sind oft mit dem Mountainbike auf diesen Wegen unterwegs. Was sehen Sie anders, wenn Sie mit Schaufel oder Pickel zurückkehren?

Mit der Zeit fällt mir bei jeder Fahrt auf, wie sich ein Weg verändert, welche Spuren die Nutzung hinterlässt und was wir mit Entretrail tun könnten. Wenn wir an eine Stelle zurückkehren, an der es ein Problem gibt, überlegen wir genauer, wie sie sich dauerhaft verbessern lässt. Gute Arbeit, die Bestand hat, braucht Vorbereitung. Oft hilft es, unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen zusammenzubringen.

Eine Freiwillige arbeitet an einem Weg
Eine Freiwillige arbeitet an einem Weg

Entretrail gibt es seit 2018. Welcher Bedarf stand am Anfang, und weshalb haben Sie sich zunehmend engagiert?

Als wir Entretrail 2018 gründeten, wollten wir auf die Auswirkungen reagieren, die das Mountainbiken auf die Wanderwege in der Region Verbier hatte. Die Menschen machten uns darauf aufmerksam, und die Spuren waren sichtbar. Also beschlossen wir, uns dafür zu engagieren. Für mich wurde das rasch selbstverständlich. Ich fahre leidenschaftlich gern Mountainbike, bin gerne auf Entdeckungstour und durchquere auf diesen Wegen neue Täler. Dabei wurde mir bewusst, dass ich mich auch persönlich für den Erhalt dieser Orte einsetzen möchte.

Wer einen gut unterhaltenen Weg benutzt, sieht oft kaum, wie viel Arbeit darin steckt. Welche Schäden begegnen Ihnen, und wie beheben Sie diese?

Das grösste Problem ist aus meiner Sicht die Erosion durch die Witterung und abfliessendes Wasser. An manchen Stellen müssen wir steinerne Passagen anlegen, ähnlich einer römischen Pflasterung. Anderswo bringen wir Material in den Untergrund ein oder gestalten einzelne Bereiche so, dass die Erosion aufgehalten wird. Manchmal müssen wir die Steine zum Füllen von Löchern oder zum Ausbessern einer Passage von weit her holen. Schon ein zwei Meter langer gepflasterter Abschnitt kann vier Personen während zwei bis drei Stunden beschäftigen.

Weshalb haben Sie das Lötschental für einen Einsatz ausgewählt, und was wollten Sie dort erreichen?

Das Lötschental ist eine wunderschöne Gegend. Angesichts dessen, was dort geschehen ist, dachten wir, dass wir beim Unterhalt eines Wanderweges etwas Unterstützung leisten könnten. Wir wissen natürlich, dass in der Gegend derzeit andere Aufgaben Vorrang haben. Wir wollten vor allem an Wegen arbeiten, bei welchen mehrere Spuren entstanden sind, weil manche Biker die Kurven abkürzen.

Wie bereiten Sie einen solchen Einsatz vor? Welche Rolle spielen Valrando und die Gemeinden?

Durch meine Erfahrung kann ich einschätzen, wo Entretrail etwas beitragen könnte. Oft gehen wir auf die Gemeinden zu und weisen auf Stellen hin, an denen die Belastung deutlich sichtbar ist und etwas unternommen werden sollte. Ich habe zudem das Glück, dass mich Cyril von Valrando bei den Anlässen begleitet. Gemeinsam mit ihm und den Gemeinden können wir darauf hinarbeiten, dass der Weg seine Aufgabe als Wanderweg behält und die Arbeiten dauerhaft und dem Gelände angepasst sind.

Die Freiwilligen bringen unterschiedliche Erfahrungen mit. Wie werden sie bei den Arbeiten begleitet?

In der Regel sind mehrere erfahrene Verantwortliche dabei, die sich beruflich mit dem Wegunterhalt oder vergleichbaren Arbeiten beschäftigen. Diese Begleitung ist uns wichtig. Wir wollen sinnvolle Arbeit leisten und dafür sorgen, dass die Wege als Wanderwege erhalten bleiben.

Entretrail soll jedem und jeder die Möglichkeit bieten, sich für den Erhalt der Wanderwege einzusetzen (Bild Craig Paterson / Just.be Films).
Entretrail soll jedem und jeder die Möglichkeit bieten, sich für den Erhalt der Wanderwege einzusetzen (Bild Craig Paterson / Just.be Films).

Zwischen Wandernden und Mountainbikern gibt es mitunter Spannungen. Wie reagieren andere Wegnutzer auf Ihre Arbeit?

Manche Wandernde vermuten zunächst, dass wir als Mountainbiker kommen, um Bikestrecken anzulegen. Wir erklären dann, was wir vorhaben. Indem wir Abkürzungen schliessen und den ursprünglichen Weg wiederherstellen, machen wir ihn für Mountainbiker zum Teil sogar schwieriger und weniger attraktiv. Wir arbeiten auch an Stellen, die durch natürliche Einflüsse, besonders durch die Witterung, stark beschädigt sind. Ohne Unterhalt droht ein solcher Weg mit der Zeit ganz zu verschwinden. Ich glaube, dass sich Mountainbiker zunehmend für den Unterhalt verantwortlich fühlen, auch weil wir später als andere Nutzer hinzugekommen sind. Dabei erinnere ich gerne daran, wofür diese Wege ursprünglich angelegt wurden: um auf die Alpen zu gelangen oder das Vieh zu bewegen.

Wie hat sich Entretrail entwickelt?

Dieses Jahr organisiere ich erstmals vier zweitägige Anlässe in verschiedenen Regionen. Am Anfang waren es halbe oder einzelne Tage für den Wegunterhalt. Inzwischen sind daraus mehrtägige Veranstaltungen geworden. Wir möchten Menschen zusammenbringen und Gelegenheit schaffen, über das Miteinander und das Verhalten auf den Wegen zu sprechen. Zum gemeinsamen Arbeiten gehören für uns auch Begegnungen und eine gute Zeit miteinander.

Werkzeuge, Verpflegung und Übernachtungen kosten Geld. Wie finanzieren Sie die Einsätze, und welche Kosten bleiben den Freiwilligen?

Als ich vor etwa vier Jahren begann, solche Unterhaltstage zu organisieren, haben mich Partner dabei unterstützt. Dadurch konnte ich bald die Hüttenübernachtungen und Mahlzeiten finanzieren. Nach und nach kamen Werkzeuge und Material hinzu. Heute ermöglichen mir sieben Partner die Durchführung dieser Anlässe. Für die Freiwilligen ist die Teilnahme kostenlos. Teilweise sind 20 bis 30 Personen während zwei Tagen dabei, im Lötschental sogar während drei Tagen. Gerade für Unterkunft und Verpflegung fallen deshalb erhebliche Kosten an. Es ist schön, dafür auf Unterstützung zählen zu können.

Wie können Interessierte mithelfen?

Die Einsätze stehen allen offen. Mitbringen sollte man gute Laune und die Lust, bei etwas Schönem mitzuwirken. Auf meiner Website findet man die Rubrik «Entretrail», über die man sich direkt für die Veranstaltungen anmelden kann.

Braucht es ein bestimmtes Alter oder besondere Vorkenntnisse?

Grundsätzlich können alle teilnehmen. Manchmal sind auch Kinder dabei. Unser jüngster Teilnehmer war dreieinhalb Jahre alt. Bei Minderjährigen finde ich es sinnvoll, dass eine erwachsene Begleitperson mitkommt. Schliesslich verrichten wir Arbeiten, bei denen auch Material bewegt oder getragen wird.

Was sollen die Teilnehmenden aus diesen Tagen mitnehmen?

Ich wünsche mir, dass sie mit einem Lächeln nach Hause gehen und mit dem Gefühl, Teil von etwas Besonderem gewesen zu sein. Und dass sie Menschen kennengelernt haben, die sich ebenfalls für unserer Wege und die Natur einsetzen möchten.

Was möchten Sie mit Entretrail längerfristig verändern?

Die Unterhaltstage und meine Vorträge über Entretrail sind für mich vor allem eine Gelegenheit, über das Zusammenleben auf den Wanderwegen zu sprechen. Ich hoffe, dass wir damit das Miteinander weiter verbessern können. Dass sich die Menschen freuen, anderen auf den Wegen zu begegnen, auch wenn diese auf eine andere Weise unterwegs sind.

Das Verhältnis zwischen Wanderer und Biker soll nachhaltig gestärkt werden
Das Verhältnis zwischen Wanderer und Biker soll nachhaltig gestärkt werden

(Bild ganz oben: Craig Paterson / Just.be Films).
(Interview: Yannick Ziehli. Die französischen Antworten wurden mithilfe von KI ins Deutsche übersetzt und redaktionell gekürzt; das Interview wurde in schriftlicher Form abgehalten)

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