Neuorganisation des Bereitschaftsdienstes im ZentralwallisBereitschaftsdienst für nicht lebensbedrohliche Notfälle im Spital von Sitten
Nach einer viermonatigen Pilotphase im Jahr 2024 wird das Projekt „Maison de la garde“ auf dem Gelände der Notaufnahme des Spitals von Sitten ab dem 1. September 2026 dauerhaft umgesetzt. Als Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Kanton Wallis, dem Spital Wallis (HVS) und der Walliser Ärztegesellschaft (VSÄG) soll diese Einrichtung dazu beitragen, die Notaufnahmen der Spitäler zu entlasten und die Wartezeiten zu verkürzen.
Das „Maison de la garde“ wird täglich von 18:00 bis 22:00 Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen, geöffnet sein, um Personen mit medizinischen Notfällen geringeren Schweregrades zu versorgen.
Die Notaufnahmen der Spitäler sehen sich mit einem steigenden Patientenaufkommen konfrontiert. Ein erheblicher Teil der Patienten sucht die Notaufnahme jedoch wegen gesundheitlicher Probleme auf, die keinen lebensbedrohlichen Notfall darstellen und von einem Hausarzt behandelt werden könnten. Um jedem Patienten eine seinem Gesundheitszustand angemessene Versorgung zu bieten und gleichzeitig den Notaufnahmen der Spitäler zu ermöglichen, sich auf die schweren Fälle zu konzentrieren, arbeitet der Kanton Wallis seit mehreren Monaten daran, sein System zur Bewältigung nicht lebensbedrohlicher Notfälle zu stärken.
In diesem Zusammenhang hatten das Spital Wallis (HVS) und die Walliser Ärztegesellschaft (VSÄG) zusammengearbeitet und im Jahr 2024 am Standort des Spitals Sitten ein viermonatiges Pilotprojekt für einen allgemeinen medizinischen Versorgungsweg ins Leben gerufen. Die erzielten Ergebnisse bestätigten die Zweckmäßigkeit einer solchen Maßnahme, sowohl für die Weiterleitung der Patienten als auch für die Entlastung der Notaufnahmen. Angesichts dieser positiven Erfahrungen beschlossen die Partner, die Massnahme dauerhaft einzuführen. Ab dem 1. September 2026 ist die „Maison de la garde“ täglich, auch an Wochenenden und Feiertagen, von 18:00 bis 22:00 Uhr geöffnet.
Nach einer ersten Beurteilung durch das Notfallteam werden Patienten, deren Zustand keinen lebensbedrohlichen Notfall darstellt, an die „Maison de la garde“ weitergeleitet, wo sie von einem Allgemeinmediziner versorgt werden. Diese Nähe zur Notaufnahme erleichtert die Koordination zwischen den Fachkräften und gewährleistet eine schnelle und angemessene Versorgung. Die Sprechstunden werden von einem speziellen Bereitschaftsdienst übernommen, der Ärzte aus den Regionen Siders, Sitten, Martinach und Conthey umfaßt.
Diese Organisation des Bereitschaftsdienstes ersetzt nicht das bestehende System: Die Hausärzte übernehmen weiterhin ihren gewohnten Bereitschaftsdienst und stehen anschliessend abends im „Maison de la garde“ zur Verfügung.
Ein ähnliches System ist seit 2014 am Standort des Spitals von Visp in Zusammenarbeit mit dem hausärztlichen Notfalldienst (HANOW) in Betrieb. Die Fortführung des „Maison de la garde“ ergänzt somit das kantonale Notfallversorgungssystem.
Durch die verstärkte Zusammenarbeit verfolgen der Kanton Wallis, das Spital Wallis und die VSÄG ihr gemeinsames Ziel, der Walliser Bevölkerung eine schnelle, koordinierte und dem Schweregrad der jeweiligen Situation angepasste Versorgung zu gewährleisten.
Der Kanton weist jedoch darauf hin, daß man sich bei einem nicht lebensbedrohlichen Notfall zunächst an den Hausarzt wenden sollte. Dieser kann den Gesundheitszustand rasch beurteilen und anschließend die geeignete Behandlung und Versorgung verordnen. Ist der Hausarzt nicht erreichbar, insbesondere nachts oder am Wochenende, und wird kein Stellvertreter vorgeschlagen, sollte die kantonale Nummer für nicht lebensbedrohliche Notfälle unter 0848 200 300 angerufen werden.
Diese zentrale Nummer ist rund um die Uhr, sieben Tage die Woche erreichbar. Sie ist auf Französisch, Deutsch und Englisch verfügbar und ermöglicht es, mit Medgate verbunden zu werden, um eine telefonische Beratung durch einen Arzt zu erhalten, und bei Bedarf an den nächstgelegenen Bereitschaftsarzt (für Erwachsene, Kinder oder Ophthalmologie), an die „Maison de la garde“ oder an spezielle “heiße Nummern” weitergeleitet zu werden: zahnärztliche Notfälle, psychiatrische Notfälle oder Notfallapotheken.
(pd, rm)

