Kapitalerhöhung der Société Suisse des Explosifs soll Weiterentwicklung vorantreibenBriger SSE-Gruppe stärkt Kapitalbasis und erwartet gutes Jahresergebnis
Nach erfolgreicher Kapitalerhöhung blickt die Société Suisse des Explosifs zuversichtlich auf das Geschäftsjahr 2026. Trotz eines rückläufigen Halbjahresergebnisses rechnet die Gruppe dank einer operativen Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte mit einem Jahresergebnis auf dem Niveau des Vorjahres.
Die Société Suisse des Explosifs (SSE-Gruppe) hat ihre Kapitalerhöhung am 30. September 2026 erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt wurden 3600 Aktien zum Preis von je 6200 Franken ausgegeben. Die zusätzlichen Eigenmittel sollen die industrielle Weiterentwicklung der Gruppe stärken. Gleichzeitig bestätigt das Unternehmen seine positiven Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr.
Hohe Nachfrage bei der Kapitalerhöhung
Die am 26. Juni 2026 lancierte Kapitalerhöhung der SSE Holding AG stiess bei den Investorinnen und Investoren auf grosses Interesse. Aufgrund der hohen Nachfrage erhöhte die Gruppe die ursprünglich geplante Ausgabe von 2600 auf insgesamt 3600 Aktien. Der Ausgabepreis betrug 6200 Franken pro Aktie. Von den 2000 zur Zeichnung angebotenen Aktien wurden 90 Prozent von bestehenden Aktionärinnen und Aktionären übernommen. Lediglich 200 Aktien gingen an neue Investoren.
Verwaltungsratspräsident Raymond Loretan wertet das Ergebnis als starkes Vertrauenszeichen: «Der Erfolg dieser Transaktion ist ein besonders starkes Zeichen des Vertrauens unserer Aktionärinnen und Aktionäre in die SSE-Gruppe und in ihre Entwicklungsperspektiven. Er gibt uns die Mittel, unsere industriellen Ambitionen auf einer gestärkten finanziellen Grundlage weiterzuverfolgen.»
Auch die Aktie entwickelte sich stabil. In den vergangenen zehn Monaten bewegte sich der Kurs zwischen 6000 und 6400 Franken. Bei insgesamt 33’000 Aktien und einem Kurs von 6325 Franken überstieg die Börsenkapitalisierung erstmals die Marke von 200 Millionen Franken.
Rückläufiger Umsatz im ersten Halbjahr
Per Ende Juni 2026 erzielte die SSE-Gruppe einen konsolidierten Umsatz von 79,3 Millionen Franken. Das entspricht einem Rückgang von rund elf Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Verantwortlich dafür waren vor allem die schwierigen Winterbedingungen, welche die Aktivitäten im Sprengstoffbereich beeinträchtigten. Hinzu kam der planmässige Produktionsrückgang beim wichtigsten Produkt von Valsynthèse nach dem Rekordjahr 2025.
Das EBITDA belief sich im ersten Halbjahr auf 10,3 Millionen Franken und lag damit 3,4 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert. Das EBIT erreichte 7,5 Millionen Franken. In den Ergebnissen enthalten ist ein einmaliger ausserordentlicher Aufwand von 1,5 Millionen Franken im Zusammenhang mit dem Projekt Lumina. Die grosse Mehrheit der Tochtergesellschaften bewegte sich dennoch im Rahmen der Budgetziele.
Unterschiedliche Entwicklung in den Märkten
Im Geschäftsbereich Sprengstoffe verlief die Entwicklung regional unterschiedlich. In Deutschland und Osteuropa entwickelten sich die Dienstleistungsaktivitäten trotz der winterbedingten Einschränkungen in den Steinbrüchen insgesamt zufriedenstellend. Die Bohr- und Sprengarbeiten in Deutschland zeigten eine stabile operative Entwicklung, die finanziellen Ergebnisse entsprachen dem Budget.
In Osteuropa verzeichnete insbesondere Tschechien bemerkenswerte Ergebnisse. In Polen und der Slowakei machte sich nach mehreren Jahren starken Wachstums hingegen eine leichte Verlangsamung bemerkbar.
In der Schweiz legte das Geschäft leicht zu. Dazu trug insbesondere die Belebung im Tunnelbau bei. Auch die Exporte und die Aktivitäten von Hamberger entwickelten sich deutlich positiv. Besonders stark wuchsen die sogenannten Dual-Use-Güter. Gleichzeitig verbesserte sich die Gesamtrentabilität dieser Aktivitäten.
In Schweden zeigen sich nach drei schwierigen Jahren erste Erholungstendenzen. Für 2026 zeichnet sich eine deutliche Verbesserung der Rentabilität ab. Auf dem Balkan konnte die Gruppe ihre Marktpositionen, insbesondere in Rumänien, trotz einer Verlangsamung der Infrastrukturprojekte behaupten. Dort bremsen die politische und die budgetäre Situation die Investitionstätigkeit.
Valsynthèse sucht neue Produktionsaufträge
Der Geschäftsbereich Chemie befindet sich nach den Rekordumsätzen des Jahres 2025 in einer Anpassungsphase. Grund dafür ist die vertraglich vereinbarte und planmässige Reduktion der Bovaer-Produktion für einen Industriepartner.
Die Verantwortlichen von Valsynthèse arbeiten daran, die dadurch frei werdenden Produktionskapazitäten mit neuen Aufträgen auszulasten. Erste zusätzliche Produktionsaufträge könnten bereits 2027 anlaufen.
Jahresergebnis auf Vorjahresniveau erwartet
Für das Gesamtjahr 2026 hält die SSE-Gruppe an ihrer positiven Prognose fest. Im zweiten Halbjahr erwartet das Unternehmen eine deutliche Verbesserung der operativen Leistung. Der Jahresumsatz dürfte sich dadurch dem Niveau von 2025 annähern.
Auch beim EBITDA und EBIT rechnet die Gruppe mit Ergebnissen auf Vorjahresniveau, sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Umsatz. Der Reingewinn dürfte ebenfalls nahe am Rekordergebnis von 2025 liegen.
Daniel Antille, Delegierter des Verwaltungsrats, zeigt sich entsprechend zuversichtlich: «Das zweite Halbjahr dürfte eine deutliche Verbesserung der operativen Leistung bringen, sodass sich der Jahresumsatz jenem von 2025 annähern sollte.»
CEO Gilles de Preux unterstreicht die strategischen Schwerpunkte für die kommenden Monate: «Wir blicken dem Jahresende zuversichtlich entgegen und halten an unseren Prioritäten fest: unsere Aktivitäten konsolidieren, ihre Rentabilität steigern und neue Wachstumstreiber erschliessen, insbesondere bei Valsynthèse.»
Mit der erfolgreichen Kapitalerhöhung und den erwarteten Verbesserungen im zweiten Halbjahr sieht sich die SSE-Gruppe finanziell und operativ gut aufgestellt, um ihre industrielle Entwicklung weiter voranzutreiben.
(pd)
(Foto: SSE)


