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Erfrorene Bergsteiger: Offene Fragen bleiben
Unglück am WeissmiesErfrorene Bergsteiger: Offene Fragen bleiben

Unglück am Weissmies

Erfrorene Bergsteiger: Offene Fragen bleiben
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Von Thomas Baumann

Vor ziemlich genau einem Jahr erfror mindestens ein Bergsteiger am Weissmies. Der Grund dafür: Obwohl er unverzüglich einen Notruf absetzte, wurde er erst vier Tage später gefunden.

In der Medienmitteilung der Kantonspolizei liest sich das so: «Am Freitag, 22. August 2025, befanden sich zwei Alpinisten im Abstieg des Weissmies. Gegen 10.30 Uhr kam es auf einer Höhe von zirka 3’950 Meter aus noch ungeklärten Gründen zu einem Sturz eines der beiden Männer. Der Begleiter, welcher Zeuge des Unfalls wurde, alarmierte sofort die Rettungskräfte.»

Tatsächlich ist die Medienmitteilung irreführend. Dass einer der beiden Männer gestürzt bzw. in einem Steinschlag geraten und verletzt worden war, wussten die Rettungskräfte am 22. August 2025 zwar.

Dass sich die beiden Bergsteiger auf einer Höhe von 3’950 Metern befanden, konnten die Rettungskräfte jedoch erst in Erfahrung bringen, als sie die beiden leblosen Bergsteiger vier Tage später tot auffanden.

Das Weissmies ist 4011 Meter hoch. Offensichtlich starben die Männer nur wenig unterhalb des Gipfels. Hätten die Retter diese Information gehabt, wäre der Suchperimeter deutlich geringer gewesen.

So aber wussten die Retter nicht, wo suchen. Die Kantonale Walliser Rettungsorganisation schrieb auf Anfrage, dass in diesem Fall der Suchperimeter mehrere Dutzend Quadratkilometer gross sein kann.

Warum wurde die Suche eingestellt?

Die Folge: Nach mehreren — mindestens zwei — erfolglosen Überflügen am 22. August und dem vergeblichen Versuch, die Mobiltelefone der Verunglückten zu orten, stellten sie die Suche ein.

Am Folgetag versuchte die Kantonale Walliser Rettungsorganisation KWRO offenbar, die Angehörigen der beiden Alpinisten zu kontaktieren. Der Grund: Manchmal kommt es vor, dass Bergsteiger, die den Notruf wählen, doch noch selbständig absteigen können.

Da sich die Mobiltelefone der Verunglückten nicht orten liessen, zogen die Retter offenbar diese Möglichkeit in Betracht.

Wie sich nun herausstellte, war das ein Irrtum. Stellt sich die Frage: Wenn die Rettungskräften wussten, dass einer der beiden Bergsteiger verletzt war — warum gingen Sie dennoch davon aus, dass die Alpinisten abgestiegen waren und stellten die Suche vorübergehend ein?

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