Unia Wallis empört über Entlassungen bei Point Vert: “Ohne Einhaltung der Verfahren!”Unia startet eine Petition, damit die entlassenen Mitarbeitenden einen Sozialplan erhalten
“Nach der Personalversammlung, die Unia gestern Abend organisiert hat, mußten wir feststellen, daß die Geschäftsleitung von Point Vert die bei Massenentlassungen einzuhaltenden Verfahren nicht beachtet hat, wodurch die Entlassungen mißbräuchlich sind.” so die Gewerkschaft. Aufgrund eines von den Mitarbeitern erteilten kollektiven Mandats startet Unia eine Internet-Petition zur Unterstützung der Point-Vert-Mitarbeitern, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, damit sie einen angemessenen Sozialplan erhalten, so die Unia, die zum Fall der Entlassungen sich äußert.
Point Vert durfte nicht einfach 60 Arbeitsplätze streichen, indem das Unternehmen beschloß, seine Filialen in Conthey und Uvrier, die Blumenwerkstätten in Monthey, Sierre und Montana sowie den gesamten Produktionsstandort in Saxon zu schliessen bzw. das dortige Personal zu entlassen, kritisiert sie.
Bei einer derart großen Anzahl betroffener Arbeitsplätze hätte die Unternehmensleitung gemäß den Artikeln 335d und folgende des Obligationenrechts ein Konsultationsverfahren einleiten müssen. Dieses hätte den Mitarbeitern ermöglichen sollen, alternative Maßnahmen vorzuschlagen, bevor die endgültigen Kündigungen ausgesprochen werden. Die Geschäftsleitung von Point Vert hat dieses Verfahren jedoch nicht eingehalten. Das bedeutet, daß die ausgesprochenen Kündigungen de facto mißbräuchlich sind!
Unia Wallis: Gesetze werden mißachtet
Darüberhinaus kann sich die Geschäftsleitung von Point Vert nicht einfach darauf berufen, daß sie gesetzlich nicht verpflichtet sei, ihrem betroffenen Personal einen Sozialplan anzubieten. Sie kann nicht einerseits die gesetzlichen Vorschriften über Massenentlassungen mißachten und sich andererseits auf dieselben gesetzlichen Bestimmungen berufen, um ihren Mitarbeitern einen Sozialplan vorzuenthalten, kritisiert die Gewerkschaft.
Über den rechtlichen Aspekt hinaus liegt es zudem in der moralischen Verantwortung einer Geschäftsleitung, bei einer derart großen Zahl von Entlassungen einen Sozialplan anzubieten – insbesondere bei Standorten, die seit vielen Jahren Teil der Walliser Unternehmenslandschaft sind und deren Mitarbeiter unter dem Namen «Point Vert» beschäftigt wurden: am Standort Conthey seit mehr als 35 Jahren und in Uvrier seit 19 Jahren.
Internet-Petition gestartet
Im Auftrag der Mitarbeiter, die an der Versammlung vom Dienstagabend anwesend waren, wird Unia nun Kontakt mit der Geschäftsleitung aufnehmen, um einen Sozialplan auszuhandeln und damit die negativen Folgen der Arbeitsplatzverluste zumindest etwas abzufedern.
Zur Unterstützung dieses Vorgehens startet Unia eine Internet-Petition zur Unterstützung der 60 Point-Vert-Mitarbeitenden, die ihren Arbeitsplatz verloren haben – und dies zudem ohne Einhaltung der vorgeschriebenen Verfahren!
Die Petition kann unter folgender Adresse unterzeichnet werden, so die Gewerkschaft:
https://valais.unia.ch/petition-point-vert
(pd, rm)
(Foto: Webseite Point Vert)


