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«Chuzpe ist kalkulierter Mut»
Visp Gewerbe und Tourismus (VGT) mit Gewerbe-Anlaß«Chuzpe ist kalkulierter Mut»

Visp Gewerbe und Tourismus (VGT) mit Gewerbe-Anlaß

«Chuzpe ist kalkulierter Mut»
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Visp Gewerbe und Tourismus (VGT) blickt auf einen inspirierenden Gewerbe-Anlaß zurück. Am gestrigen Dienstagabend begrüsste VGT-Direktor Samuel Andenmatten rund 60 Gäste im Konferenzsaal der Lonza-Arena. Zu Gast in Visp war die Unternehmerin und «Höhle der Löwen»-Investorin Bettina Hein, die in ihrem Referat wertvolle Impulse für das Unternehmertum in Zeiten rasender technologischer Entwicklungen lieferte.

Statt trockener Theorie nahm Bettina Hein das Publikum mit auf eine persönliche Reise in die Anfänge als Firmengründerin und ihre gewonnenen Erkenntnisse. Es gehe heute Abend nicht um KI-Hype, sondern darum, wie Unternehmen lernfähig bleiben, wenn sich die Spielregeln schneller ändern als die Planung. «Innovation ist ein Prozeß», stellte Hein fest und teilte ihre drei goldenen Gründerregeln für Zeiten des rasanten Fortschritts mit den Visper Gewerbebetreibenden.

Die erste Regel lautet Naivität. «Wüßte man, was auf einen zukommt, würde man vieles gar nicht erst beginnen», soHein. Naivität sei jedoch nicht mit Planlosigkeit zu verwechseln. Ihre Devise: «Gut planen. Hart vorbereiten», aber gleichzeitig offen für neue Sichtweisen bleiben und verschiedene Perspektiven aktiv einbeziehen.

Als zweite Regel nannte sie Chuzpe – eine aus dem Jiddischen stammende Mischung aus Dreistigkeit und Mut. Es sei der Mut, unkonventionelle Wege zu gehen und an die eigene Idee zu glauben, auch wenn andere zweifeln. Wichtig sei hierbei die Abgrenzung zur reinen Impulsivität. Chuzpe bedeutet, kalkulierte Risiken mit Selbstbewußtsein einzugehen.

Die dritte und vielleicht wichtigste Regel sei Ausdauer. «Echter Erfolg», so Hein, «zeigt selten die zahllosen gescheiterten Versuche, die ihm vorausgingen.» Diese Hartnäckigkeit habe nichts mit Dickköpfigkeit zu tun. Es gehe darum, aus Niederlagen zu lernen und den Kurs anzupassen. Gerade im Umgang mit künstlicher Intelligenz sei diese Fähigkeit entscheidend. «In der KI-Welt scheitern Pläne schneller», erläuterte die Expertin, «das ist nicht nur eine Bedrohung. Es ist auch Feedback mit höherer Frequenz.» Man müsse flexibel bleiben und genau zuhören, denn, so Hein: «Ein Markt antwortet selten in vollständigen Sätzen.» So liege der richtige Weg manchmal näher an den Kunden, als am Ursprünglichen Produktplan.

«Bettina Hein hat uns nicht nur inspiriert, sondern auch konkretes Handwerkszeug mitgegeben», resümierte Samuel Andenmatten. «Ihre authentische Art, über Erfolge wie auch über Niederlagen zu sprechen, hat viele im Raum beeindruckt und erfüllt genau unser Ziel, relevante Impulse für die Region zu setzen.»

Fragerunde

Die rege Teilnahme an der abschließenden Fragerunde zeigte, wie sehr die Themen den Nerv der Zeit trafen. Bei einem gemütlichen Apéro wurde der Dialog fortgesetzt und neue Kontakte geknüpft. Die angeregten Gespräche bis in den späten Abend zeigten eindrücklich, wie viel Energie im direkten Austausch des lokalen Gewerbes steckt.

(pd, rm)
(Fotos: Dario Karlen)

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