Gemeinderatswahlen VispVier Fragen an Marc Kalbermatter, amtierender Gemeinderat Visp (SPO)
1. Herr Kalbermatter, wofür stehen Sie politisch?
Visp-Baltschieder-Eggerberg für Alle und ein gutes Zusammenwachsen. Ein lebenswertes, bezahlbares Umfeld, starke Schulen und zeitgemässe Dienstleitungen für mehr Chancengerechtigkeit!
Ich stehe für eine lebenswerte, begrünte Gemeinde mit attraktiven Begegnungsorten einer lebendigen Vereins- und Kulturwelt. Mir ist wichtig, dass Familien ein bezahlbares, gutes und verlässliches Angebot an familienergänzender Betreuung zur Verfügung gestellt werden kann. Die hierzu notwendigen Investitionen und laufenden Ausgaben kommen auch der Industrie und dem Gewerbe zugute, da Arbeit und Familie vereinbart werden kann. Ich stehe für eine starke Schule, welche mit früher Förderung von Klein auf die Chancengerechtigkeit fördert und integrativ wirkt, um spätere Probleme zu vermeiden. Schliesslich stehe ich für ein langfristige Strategie-Entwicklung, damit Visp mit einem klaren Zukunftsbild seine Prioritäten und Investitionen sinnvoll festlegen kann und agiert statt reagiert.
2. Welche Anliegen möchten sie im Gemeinderat vertreten?
a) Entwicklung einer zeitgemässen Infrastruktur für Schule, ausserschulische Betreuung und Kita, mit dem Zielbild eines modularen Tagesschulangebots.
b) Frühe Förderung und Stärkung der Schulen mit den nötigen Ressourcen.
c) Bezahlbarer Wohnraum durch klare Vorgaben der Gemeinde bei Benutzung des Bodens im Baurecht (Vorgabe Anteil Kostenmiete, Spitalquartier, Sägematte).
d) Bepflanzen und begrünen der Gemeinde zur klimatischen Regulierung im Sommer, umgestalten der Strassen für mehr Wohnqualität und weniger Verkehr.
e) Entwicklung einer Zukunftsstrategie für Visp-Baltschieder-Eggerberg.
f) Stärkung der Transparenz durch Stärkung der Kommissionsarbeit, des breiteren Miteinbezugs der Bevölkerung (Workshops, digitale Möglichkeiten der Partizipation) und der Prüfung eines Generalrats.
3. Welches ist das wichtigste Projekt in der kommenden Legislaturperiode im Gemeinderat?
In den kommenden beiden Jahren ist der Abschluss der Fusion und ein optimaler Einbezug der gesamten Bevölkerung zentral, damit die erneuerte Gemeinde bestmöglich zusammenwachsen kann.
Daneben muss die Gemeinde sicherstellen, dass auch künftig ein genügendes Angebot an familienergänzender Betreuung und die notwendige Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden kann und für einen besseren Hitzeschutz auf dem Gemeindegebiet bemüht sein.
4. Wie hoch soll der Steuerfuss der fusionierten Gemeinde im nächsten Jahr sein?
Klar gleich wie aktuell. Warum?
a) Die Indexierung wurde erst grad angepasst und Visp hat eine der tiefsten Gemeindesteuern im Wallis.
b) Durch diverse Steuergeschenke an Gutgestellte und die Industrie wird Visp in sehr absehbarer Zeit Einnahmen in Millionenhöhe und einen guten Teil seines Cashflows verlieren.
c) Mit Eggerberg und Baltschieder kommt ein grosses Territorium dazu mit entsprechendem Unterhaltsbedarf. Die Bevölkerung dieser Ortschaften profitiert mit der Fusion schon von tieferen Steuern.
d) Eine weitere Steuersenkung wäre voreilig, nicht nachhaltig und nicht verantwortungsbewusst und würde dazu führen, dass die Gemeinde die notwendigen Investitionen nicht stemmen kann.
Verantwortung zu übernehmen in der Politik heisst auch, nachhaltig und über die Wahlen hinaus zu denken.
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