
Wallis-Messe wird immaterielles KulturerbeMartinach mit Handelstradition bis in die Antike
Der Kanton Wallis erkennt die Wallis-Messe „La Foire du Valais“offiziell als Element des immateriellen Kulturerbes an. Diese Auszeichnung unterstreicht die einzigartige Rolle, die die Messe seit über sechs Jahrzehnten im sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben des Kantons spielt. Sie ist eine offizielle Anerkennung der Bedeutung und des Reichtums dieser Tradition, so die Messe-Veranstalter.
Seit 65 Jahren erzählt sich die Wallis-Messe selbst, erfindet sich und erneuert sich. Jeden Herbst bringt sie Menschen zusammen, überrascht, begeistert und bewegt. Sie ist ein Termin, den man nicht verpassen sollte – ein Ereignis, bei dem geteilt, diskutiert, gelacht und entdeckt wird.
Eine kollektive Legende, über die Jahre hinweg geformt von engagierten Ausstellern, treuen Besuchern, engagierten Komitees und einem ganzen Kanton, der sie sich zu eigen gemacht hat, sowie von starken Verbindungen, die durch die Romandie und weit darüber hinaus gewoben wurden.
Anerkennung ihres kulturellen und wirtschaftlichen Wertes
Immaterielles Kulturerbe umfaßt lebendige Praktiken, Fertigkeiten und Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und zur Identität einer Gemeinschaft beitragen. Dazu gehören mündliche Traditionen, Aufführungen, Feste, Rituale, naturbezogenes Wissen sowie handwerkliche Fertigkeiten.
In dieses Kulturerbe eingetragen zu sein bedeutet, daß die Tradition tief in der Gemeinschaft verankert ist, Teil ihrer Identität ist und aktiv für künftige Generationen bewahrt wird. „Immaterielles Kulturerbe ist lebendig: Es entwickelt sich, paßt sich an und prägt jede Generation auf ihre Weise“, so Staatsrat Mathias Reynard, zuständig für Kultur.
Die Wallis-Messe, obwohl relativ jung, setzt eine Handelstradition fort, die in Martinach bis in die Antike zurückreicht. Diese Anerkennung durch den Kanton hebt die Bedeutung der Messe als soziale Praxis im kulturellen und wirtschaftlichen Leben des Kantons hervor.
Ein Erbe, das weitergegeben werden muß
Die Eintragung würdigt alle, die die Messe und ihre Werte über die Jahre lebendig gehalten haben – von den Gründungsmitgliedern über die Aussteller bis hin zu Mitarbeitern, Partnern und treuen Besuchern. Sie erinnert auch daran, daß diese Akteure die Messe prägen – eine lebendige Praxis, die sich mit der Zeit weiterentwickeln wird.
Diese Anerkennung sendet eine klare Botschaft an alle, die morgen die Verantwortung übernehmen werden. Ihre Rolle wird entscheidend sein, um den Geist der Messe zu bewahren und ihre Weitergabe sicherzustellen. Die Eintragung ist eine Ehre, vor allem aber eine bedeutungsvolle Verantwortung.
Ein Gemeinschaftsgut, das bewahrt werden muß
Die Eintragung ins immaterielle Kulturerbe verankert die DNA der Messe in der Perspektive eines Gemeingutes. „Sie bekräftigt eine wesentliche Tatsache: Die Foire du Valais gehört niemandem und gleichzeitig allen“, so Vincent Claivaz, Präsident des Vereins.
Dieser Status verhindere eine Privatisierung oder Umwandlung in eine Aktiengesellschaft: Die Messe bleibt ein kollektives Projekt, zum Nutzen des Gebietes und seiner Bevölkerung.
Der Verein der Wallis-Messe hat seine Statuten seit der Gründung nie geändert.
Er verfolgt weiterhin die ursprüngliche Mission: Veranstaltungen (Events) zu organisieren und zu beherbergen, die die handwerklichen, landwirtschaftlichen, kommerziellen, industriellen und touristischen Aktivitäten von Martigny, des Wallis und sogar der ganzen Schweiz fördern.
(pd, rm)

