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Wasser speichern und Landwirtschaft sichern
Bauernvereinigung Oberwallis diskutiert über TrockenheitWasser speichern und Landwirtschaft sichern

Bauernvereinigung Oberwallis diskutiert über Trockenheit

Wasser speichern und Landwirtschaft sichern
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 Am Mittwoch, den 26. August 2026, organisierte die Bauernvereinigung Oberwallis (BVO) einen Runden-Tisch zum Thema Trockenheit. Dazu bat sie Vertreter aller Parteien aus dem Oberwallis nach Agarn.

In einer anfänglichen Bestandsaufnahme schilderten sowohl BVO als auch die Vertreter der Parteien, die vom Vollerwerbsbauern bis zur familiären Nähe einen Bezug zur Landwirtschaft haben, die Lage aus ihrer Sicht und Erfahrung. Einige Punkte waren allen gemein: Die Lage im Oberwallis ist zum Teil sehr unterschiedlich, manche Regionen und Betriebe kamen relativ gut durch den trockenen Sommer, in anderen Regionen bangen Betriebe um ihre Existenz. Auffällig sei dabei, daß sich frühere Investitionen der Regionen, Gemeinden und Betriebe in die Wasserversorgung in diesem Jahr bezahlt gemacht haben.

Einige Betriebe jedoch sehen nach schlechter Heuernte, früherer Abalpung und sinkenden Fleischpreisen langfristig ihre Liquidität in Gefahr. Dazu kommt die Gefahr, daß sich die Wiesen und Weiden, die in diesem Jahr besonders unter der Trockenheit gelitten haben, vermutlich auch im kommenden Frühling noch nicht erholt haben werden und auch für das nächste Jahr mit Ertragseinbußen zu rechnen ist.

Kurz-, mittel- und langfristige Lösungen

In der anschließenden Gesprächsrunde wurden kurz-, mittel- und langfristige Lösungen diskutiert.

Kurzfristig, da ist man sich einig, haben Bund und Kanton sehr gut reagiert.

Bei der Diskussion über mittel- und langfristige Lösungen ist man sich über alle Parteien hinweg einig, daß man mit Aktivitäten zur Wasserspeicherung im Oberwallis etwa zehn Jahre im Verzug ist. Daher sei es nun notwendig, rasch tätig zu werden. „Zurückhalten, verteilen, richtig bewässern“, faßt es Vollerwerbsbauer Jonas Regotz, NEO, zusammen.

Anstatt jahrelang über Strategien zu diskutieren, sollten nun konkrete Projekte in Angriff genommen werden. Urs Juon, Parteipräsident der Mitte Oberwallis, denkt dabei insbesondere an die Seitenzuflüsse der Rhone und das Gletscherwasser, das insbesondere in heißen Sommern wie dem vergangenen ungenutzt abfließt. „Es fehlt leider vielfach am Mut und am Zusammenhalt, konkrete Projekte umzusetzen“, bedauert er.

Wichtig sei es jetzt, kleine, regionale Projekte umzusetzen, wirft Nebenerwerbsbauer und SVPO-Großrat Marco Schnydrig ein. Nicht zu groß, nicht zu kompliziert, nicht zu teuer, „realistisch und machbar“, faßt er sein Statement zusammen.

Hier pflichtet ihm Maggie Loretan, Biobäuerin und Vertreterin der Grünen, bei. Kleine Reservoire einzurichten sei zeitnah möglich. Gleichzeitig sollte jedoch in den Humusaufbau zur besseren Feuchtigkeitsspeicherung investiert und die bestehenden Wasserleitungen saniert werden, um Verluste zu reduzieren.

Auch Sebastian Werlen, SP-Großratssuppleant, sieht den Zeitpunkt gekommen, konkrete Projekte umzusetzen. Die Bevölkerung sei nach diesem Sommer sensibilisiert und bereit, neue Projekte zu unterstützen. Er betont, man dürfe die Bauern die Risiken des Klimawandels nicht allein tragen lassen.

Wasserstrategie und Pflanzenbau

Tobias Brantschen, GLP-Großratssuppleant aus Grächen, gibt zu bedenken, daß die Nutzung der Rhone zur Bewässerung im Oberwallis nicht nur Vorteile hätte. Seine Partei reiche derzeit eine Motion für eine langfristige Wasserstrategie im Nationalrat ein.

Langfristig sieht er jedoch ein Umdenken in der Zuchttechnologie und im Pflanzenbau als unausweichlich an. Hier schließt sich auch Johannes Gemmet, Biobauer am Brigerberg und BVO-Vizepräsident, an. Kulturen, die Trockenheit vertragen, wie zum Beispiel Roggen, müßten wieder in den Fokus. Hier sei allerdings auch die Bevölkerung gefragt, denn ohne die entsprechende Nachfrage nütze die Umstellung auf resilientere Kulturen nichts.

Größere Projekte nicht aus den Augen verlieren

FDP-Parteipräsidentin Nicole Luggen aus Zermatt gibt zu bedenken, daß kleinere Projekte zwar rascher umsetzbar seien, dennoch dürfe man die größeren Pläne nicht aus den Augen verlieren. Dabei spielt sie auf die Diskussionen um das „Gornerli“ an.

Es gehe hier nicht nur um Wasser für die Landwirtschaft. Projekte wie dieses seien ganzheitlich zu betrachten: Landwirtschaft, aber auch die Haushalte im gesamten Mattertal profitierten langfristig von dem Wasserreservoir, das auch für die Feuerwehren wichtig sei. Zudem diene es der Stromgewinnung, dem Hochwasserschutz und den Skigebieten.

Dialog soll fortgesetzt werden

Zusammenfassend bleibt zu sagen, daß über alle Parteien hinweg das Thema Trockenheit bewegt. Man ist sich einig, daß der Zeitpunkt zum Handeln längst überfällig ist. Die Initiative der BVO wurde sehr geschätzt. Der Dialog solle in naher Zukunft fortgesetzt werden.

Die Bauernvereinigung Oberwallis als überparteiliche Institution wird hier weiterhin am Ball bleiben, um die Situation der Landwirte und damit auch für die Gesamtbevölkerung zu verbessern.

(pd, rm)
(Archivbild: Kt. VS)

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