Das bei der Stiftung MitMänsch Oberwallis durchgeführte Audit macht Maßnahmen erforderlichFehler in der Leitung
Das vom Staat Wallis mandatierte unabhängige Audit bei der Stiftung MitMänsch Oberwallis zeigt organisatorische Mängel auf, insbesondere in der Führung, der Kommunikation und der Zusammenarbeit. Die zuständigen kantonalen Behörden nehmen diese Ergebnisse mit der gebotenen Aufmerksamkeit zur Kenntnis und unterstützen die bereits eingeleiteten sowie die künftigen Massnahmen zur Stabilisierung der Institution und zur Sicherstellung ihrer zukünftigen Entwicklung.
Aufgrund von Meldungen über erhebliche interne Spannungen und Schwierigkeiten innerhalb der Stiftung MitMänsch Oberwallis hat der Staat Wallis eine unabhängige externe Expertise in Auftrag gegeben.
Das Audit zeigt in mehreren Bereichen Handlungsbedarf auf. Es stellt insbesondere Schwächen in der Unternehmensführung- und Strukturen sowie Schwierigkeiten in der Kommunikation und Zusammenarbeit fest. Zudem wurden Instabilitäten und Überlastungen in einigen Bereichen der Institution festgestellt.
Das Audit zeige zudem auf, daß die Prozesse bei Konflikten, im Personalwesen sowie bei der Qualität der Leistungen und der Sicherheit der Begünstigten gestärkt werden müssen. Der Bericht zeigt, dass sich diese Probleme über mehrere Jahre entwickelt haben und Maßnahmen zur Stabilisierung und strukturellen Verbesserung erfordern.
Empfehlungen ausgesprochen: Es gibt wohl viel zu tun
Im Rahmen des Audits wurden mehrere Empfehlungen ausgesprochen. Deren Umsetzung hat bereits begonnen. In enger Zusammenarbeit mit der Interimsleitung arbeitet der Stiftungsrat an der Stabilisierung der Organisation sowie an der Verstärkung der Governance- und Führungsstrukturen. Zu diesem Zweck finden alle zwei Wochen Sitzungen mit der Interims-Ko-Leitung statt, um den Informationsaustausch und die Nachverfolgung der Umsetzung der Maßnahmen zu gewährleisten.
Mehr Personal bewilligt
Darüberhinaus hat der Staat Wallis bereits zusätzliche Personalressourcen genehmigt, wie im Auditbericht empfohlen.
Die Verstärkung der Personal-Gruppen, insbesondere im Wohnbereich, wird es ermöglichen, das bestehende Personal zu entlasten, das durch den Personalmangel stark unter Druck gesetzt wurde, aber trotz der schwierigen Bedingungen weiterhin mit grossem Engagement und bemerkenswerter Loyalität gegenüber der Organisation gearbeitet hat.
Die Instabilität der Gruppen beeinträchtigt die Qualität der Begleitung und der Leistungen. Die vorausschauende Personalplanung, die Qualität der Rekrutierung sowie die Grund- und Weiterbildung müssen eine Priorität der künftigen Massnahmen der Institution bilden.
Sicherheitsmaßnahmen nicht eingehalten
Das Audit habe zudem gezeigt, daß bestimmte Sicherheitsmaßnahmen nicht eingehalten wurden. Es wurden daher bereits Sofortmaßnahmen ergriffen, insbesondere die Ernennung einer starken und glaubwürdigen Interimsleitung sowie die Sicherung der Medikamentenausgabe.
Weitere Stabilisierungsmaßnahmen müssen noch erfolgen, wie die Neugestaltung der Unternehmensführung, die Konsolidierung der Strategie, die Reorganisation des Managements, die Stabilisierung des Bereichs «Wohnen und Leben» sowie die Wiederherstellung der internen Kommunikation.
Identifizierung von Risiken sowie Warnmeldungen nicht systematisch erfaßt, nachverfolgt und bearbeitet
Der Bericht unterstreiche, daß die Identifizierung von Risiken sowie Warnmeldungen nicht systematisch erfaßt, nachverfolgt und bearbeitet wurden. Die Institution müsse daher rasch das Qualitäts- und Risikomanagement verstärken, insbesondere durch die Einrichtung eines formalen Systems zur Meldung, Bearbeitung und Analyse von Vorfällen.
Neue Direktion gesucht
Parallel dazu läuft das Rekrutierungsverfahren für eine neue Direktorin oder einen neuen Direktor. Die zukünftige Leitung wird die Aufgabe haben, die notwendigen Veränderungen herbeizuführen, die Empfehlungen des Audits prioritär umzusetzen und die nachhaltige Entwicklung der Stiftung zu gewährleisten. Im Rahmen seiner Aufsichtsfunktion verfolgt der Staat Wallis die Umsetzung dieser Massnahmen aufmerksam und wird die Stiftung in ihrem Transformationsprozess begleiten.
Die im Bereich Behinderung tätige Stiftung MitMänsch Oberwallis ist eine bedeutende Institution des Oberwallis. Sie begleitet Menschen, die in wesentlichen Lebensbereichen Unterstützung benötigen, und stellt einen wichtigen Bezugspunkt für viele Begünstigte und deren Angehörige dar.
Die Ergebnisse des Audits erfordern besondere Aufmerksamkeit. Für den Staat Wallis ist es essenziell, daß die Qualität der Begleitung, das Wohlbefinden der betroffenen Personen sowie ein stabiles und auf Vertrauen basierendes Arbeitsumfeld jederzeit gewährleistet sind.
(pd, rm)
(Bild: Logo der Stiftung Mitmänsch)
