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SBB: Opferangehörige von Crans-Montana sollen gefälligst Billette lösen
Drama von Crans-Montana: Gleichbehandlung bei FahrausweisenSBB: Opferangehörige von Crans-Montana sollen gefälligst Billette lösen

Drama von Crans-Montana: Gleichbehandlung bei Fahrausweisen

SBB: Opferangehörige von Crans-Montana sollen gefälligst Billette lösen
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Nach den tragischen Ereignissen in Crans-Montana spricht die SBB den Opfern und Angehörigen ihr tiefes Beileid aus, so die SBB. Die SBB verstehe die Forderung nach finanzieller Unterstützung für Reisen von Angehörigen von Opfern im Krankenhaus. Doch die Angehörigen sollen Billette lösen, so die Staatsbahn dann weiter:

Aus Gründen der Gleichbehandlung gegenüber anderen Kundinnen und Kunden, die von anderen tragischen Ereignissen betroffen sind, kann die ÖV-Branche jedoch keine individuellen Kosten übernehmen: Für Reisen braucht es weiterhin einen gültigen Fahrausweis. Klar definierte Institutionen unterstützen gezielt.

Das tragische Unglück in Crans-Montana berührt die gesamte ÖV-Branche tief, so die SBB weiter.

„In dieser schwierigen Zeit sprechen die SBB und alle Mitarbeitenden allen Betroffenen ihr tiefes und aufrichtiges Beileid aus.

Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden.“

Erstaunlich, wie die SBB für die gesamte ÖV-Branche sich anmaßt zu sprechen und auch für alle Mitarbeiter. Beileid sollte doch etwas Persönliches sein und kann nicht von Dritten für Dritte ausgesprochen werden.

SBB weist Forderungen der Anwälte der Opferfamilien zurück

Seit mehreren Tagen fordern Anwälte von Familienvertretern, daß die SBB eine Gratisbeförderung gewährt und „Zuschläge“ bei Kontrollen gestrichen werden, so die SBB wörtlich. Bußen für Schwarzfahren nennt sie „Zuschläge“. Orwells Neusprech läßt grüßen. Dazu:

  • Wenn jemand ohne gültiges Billett reist, erheben die SBB einen sogenannten „Zuschlag“ .

  • Dieser Zuschlag ist kein Strafgeld im rechtlichen Sinn, sondern eine Verwaltungsgebühr, die die Kontrolle und den entgangenen Fahrpreis abdeckt.

  • Der Zuschlag ersetzt nicht die Bezahlung des Fahrpreises, sondern kommt zusätzlich zum normalen Ticketpreis.

  • 1. mal: CHF 90 + regulärer Billettpreis.
  • 2. mal: CHF 130 + regulärer Billettpreis.
  • 3. mal (und häufiger): CHF 160 + regulärer Billettpreis.

Der Wunsch nach Unterstützung der Angehörigen von Opfern beispielsweise für Reisen ins Spital, ist verständlich, so die SBB weiter.

Anmaßend

Dann sprechen die SBB abermals für die gesamte ÖV-Branche, was fast schon anmaßend ist: Die ÖV-Branche kann diese individuellen Kosten jedoch aus Gründen der Gleichbehandlung mit anderen Kundinnen und Kunden, insbesondere jenen, die von anderen tragischen Ereignissen betroffen sind, nicht übernehmen.

Für die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln müssen Reisende im Besitz eines gültigen Billetts sein, belehren die SBB weiter.

SBB: Es gibt doch die Soforthilfe

Dann verweisen die SBB auf fast schon perfide belehrende Art und Weise auch noch auf die Soforthilfe des Kanton Wallis mit deren Auszahlung erst jetzt, viele Wochen nach der Katastrophe begonnen wurde:

„Auch wenn der öffentliche Verkehr solche Kosten nicht übernehmen kann, ist es wichtig zu wissen, dass andere Stellen hier gezielt unterstützen: So gewährt der Kanton Wallis den Familien der hospitalisierten Opfer eine Soforthilfe von jeweils 10 000 Franken“, heben die SBB den erhobenen Zeigefinger.

Kein Wort davon, daß erst vor wenigen Tagen und dies erst nach weltweitem medialen Druck, nachdem bekannt geworden war, daß noch keine einzige „Sofort„-Hilfe ausbezahlt worden war, mit den Auszahlen überhaupt begonnen wurde.

„Zudem sieht das Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten (OHG) vor, daß im Rahmen der Soforthilfe unter anderem auch Reise- und Transportkosten (sowie Auslagen für Unterkunft oder eine erste anwaltliche Beratung etc.) übernommen werden, so die SBB weiter“.

Kommunikations-Gau für die SBB – und die Schweiz : – (

Also gefälligst erst einmal Opferhilfe beantragen und warten bis der Antrag genehmigt wurde und erst dann die Angehörigen im Spital besuchen?

Oder wie meinen die SBB das bitte?

Remo Maßat

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Meinungen(1)

  1. Wo kommen wir denn hin,wenn die ÖV für jeden und alles gratis Tickets abgibt? Es gibt auch andere „Notfälle“. Die Forderung nach gratis ÖV ist eine absolute Dreistheit, Frechheit und Arroganz!!!

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