Grüne Oberwallis zur Septembersession des Grossen Rates"Das Klima muss Priorität haben"
Nach einem Sommer mit Hitzewellen, Trockenheit und spürbaren Folgen für Natur und Landwirtschaft rückt der Klimawandel im Wallis erneut ins Zentrum der politischen Debatte. Die Grünen kritisieren, dass im kantonalen Budget 2027 deutlich weniger Mittel für neue Klimaschutzmassnahmen vorgesehen sind als ursprünglich angekündigt. Gleichzeitig bringt die Fraktion ein „Klimapaket“ mit acht Vorstössen in den Grossen Rat ein. Im Fokus stehen unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels auf Gesundheit, Landwirtschaft, Wasser, Wald und Bauwesen.
Für Diskussionen sorgt auch die Zukunft der Walliser Wälder. Die Grünen fordern angesichts der zunehmenden Belastung raschere Massnahmen und verweisen darauf, dass der bereits 2021 geforderte kantonale Waldplan noch immer nicht in Kraft ist. Daneben setzt sich die Fraktion für den Erhalt der Pflanzenforschung von Agroscope in Conthey ein und verlangt beim Projekt Rhone 3 mehr Transparenz. Nicht durchsetzen konnten sich die Grünen hingegen mit ihrem Vorstoss gegen das Freihandelsabkommen mit Malaysia. Die Partei schreibt im Einzelnen Folgendes (kursiv) zur September-Session:
Nach einem Sommer, der von Hitzewellen und Dürren geprägt war, erfahren wir nun, dass der Staatsrat im kantonalen Budget für das Jahr 2027 20 Millionen Franken für den Klimaschutz streichen will!
Die Fraktion der Grünen geht mit einem „Klimapaket” in die Offensive
Nach einem massiven Hitzesommer, legen die Grünen dem Grossen Rat ein „Klimapaket” vor. Acht Vorstösse, darunter mehrere parteiübergreifende Anträge, wurden zu zentralen Themen eingereicht: Gesundheit, Landwirtschaft, Wasser, Wald und Bauwesen.
Eine wichtige Arbeit unserer gewählten Grossrät*innen und Suppleant*innen, denen wir herzlich, für ihren Einsatz danken, die Bevölkerung zu schützen und unseren Kanton an den Klimawandel anzupassen. Wir werden die Entwicklung der Anträge aufmerksam verfolgen.
Der Wald im heissen Sommer
Die Grünen warnen vor der zunehmenden Anfälligkeit der Walliser Wälder. Weil der 2021 geforderte kantonale Waldplan noch immer nicht in Kraft ist, fordern Emmanuel Revaz und Carole Morisod rasche Antworten. Der Staatsrat kündigt nun einen Plan für 2028 an. Nach Ansicht der Grünen müssen die Massnahmen beschleunigt und verstärkt werden.
Wir sind besorgt!
20 Millionen weniger für den Klimaschutz
Auf eine Frage von Julien Bagnoud und Emmanuel Revaz hin bestätigte Staatsrätin Franziska Biner, dass im Haushalt 2027 lediglich 4 Millionen Franken für neue Klimaschutzmassnahmen vorgesehen sind. Ein Betrag, der deutlich geringer ist als die ursprünglich angekündigten 24 Millionen Franken. Für die Grünen ist diese Kürzung unverständlich.
Wir freuen uns darüber
Die Pflanzenforschung von Agroscope in Conthey soll gerettet werden
Am 16. Juni 2026 gab Agroscope bekannt, dass ab Mai 2027 mehrere Forschungsbereiche, darunter die Forschung zu Aroma- und Heilpflanzen in Conthey, aufgegeben werden sollen. Angesichts dieses Entscheids haben der Fraktionsvorsitzende Emmanuel Revaz sowie Laurence Rausis (Mitte), Julien Morand (FDP) und Vincent Boand (SVP) den Staatsrat aufgefordert, beim Bund zu intervenieren, um diese Forschungstätigkeit im Wallis zu erhalten. Das Postulat fordert, nach langfristigen Finanzierungslösungen zu prüfen, um dieses für unseren Kanton wichtiges Fachwissen zu bewahren. Wir freuen uns über die Annahme des Postulats.
Rhone 3: Wir fordern Transparenz – und der Grosse Rat stimmt zu!
Für die Grünen muss Transparenz im Mittelpunkt der Umsetzung des Projekts Rhone 3 stehen. Mit einem dringlichen Postulat fordert Jérémy Savioz gemeinsam mit Vincent Pravato (FDP) und Aron Pfammatter (Mitte) mehr Transparenz beim Projekt Rhone 3 und eine Klärung der kantonalen Finanzierung. Das Postulat, das mit 102 zu 23 Stimmen angenommen wurde, zielt darauf ab, die Bevölkerung und die Partner regelmässig über den Fortschritt des Projekts zu informieren.
Schlechte Nachrichten
Das Wallis wird sich nicht gegen das Freihandelsabkommen mit Malaysia wehren
Die Grünen haben sich mit Mathieu Clerc gemeinsam mit Abgeordneten der FDP, der Mitte und der SVP gegen das Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und Malaysia ausgesprochen. Der Antrag forderte das Wallis auf, ein kantonales Referendum gegen dieses Abkommen einzureichen, um unsere Produzentinnen und Produzenten vor einer Konkurrenz zu schützen, die anderen Anforderungen unterliegt. Trotz dieser parteiübergreifenden Mobilisierung wurde der Antrag abgelehnt.
(pd, rm)


