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Eine statistische Nachbetrachtung
10-Millionen-InitiativeEine statistische Nachbetrachtung

10-Millionen-Initiative

Eine statistische Nachbetrachtung
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Eine Analyse von Thomas Baumann

Die 10-Millionen-Initiative ist Geschichte, die 10-Millionen-Schweiz kommt! Oder man könnte auch sagen: Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung. Die nächste Initiative mit ähnlichem Inhalt kommt bestimmt.

Wer war dafür, wer war dagegen? Die Analyse war schnell gemacht: Die ländlichen Regionen waren tendenziell für die Begrenzung der Zuwanderung, die städtischen eher bis ziemlich klar dagegen. Man könnte auch sagen: Kantone, die von der Zuwanderung besonders stark betroffen sind, waren klar gegen die Initiative, während Kantone, welche weniger stark betroffen waren, tendenziell eher dafür waren.

Das mag auf den ersten Blick überraschen: Müssten nicht diejenigen, welche von der Zuwanderung besonders betroffen sind, eher dagegen sein?

Zuwanderungsverlierer ziehen weg

Das allerdings wäre zu kurz gedacht. Denn die Verlierer der Zuwanderung, die wohnen vielleicht gar nicht mehr in Zürich, Basel, usw., sondern vielmehr im Aargau. Das erklärt möglicherweise die doch eher überraschende Zustimmung im Aargau zur sogenannten «Nachhaltigkeitsinitiative».

Statistische Daten zeigen, dass aus Kantonen mit besonders starker Zuwanderung — Zürich, Basel, Waadt und Genf — in den letzten fast 25 Jahren per saldo Einheimische in andere Kantone gezogen sind.

Könnte die Zustimmung zur «Nachhaltigkeitsinitiative» dort besonders stark sein, wo viele dieser Zuwanderungsverlierer hingezogen sind?

Die Antwort auf diese Frage kann uns nur eine statistische Analyse liefern. Untersucht man die Korrelation zwischen Zuwanderungssaldo aus anderen Kantonen seit Beginn der Personenfreizügigkeit im Jahr 2002 und Zustimmung zur 10-Millionen-Initiative, ergibt sich immerhin ein Korrelationskoeffizient von 0,5.

Ein Korrelationskoeffizient von 1 bedeutet dabei vollständige Korrelation, eine Korrelationskoeffizient von 0 überhaupt keine Korrelation.

Ein Korrelationskoeffizient von 0,5 ist ein erstes Indiz, dass an der These tatsächlich etwas dran sein könnte.

Statistischer Ausreisser Basel-Stadt

Doch auch hier lohnt sich ein genauerer Blick auf die Ergebnisse: Denn bei nur 26 Beobachtungen — die 26 Kantone — ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass einzelne Ausreisser das Ergebnis verzerren.

Der markanteste Ausreisser ist sicherlich der Kanton Basel-Stadt: Ein Viertel der Bevölkerung ist in den letzten fast 25 Jahren per saldo in andere Kantone abgewandert, die Ablehnung der 10-Millionen-Initiative ist gleichzeitig nirgends höher ausgefallen als in Stadt.

Lässt man daher den Kanton Basel-Stadt aus der Betrachtung weg, schmilzt der Korrelationskoeffizient rapide auf nur noch 0,2 — was so gut wie fast keine Korrelation mehr bedeutet.

Die These, dass einheimische Zuwanderungsverlierer in Scharen für die «Nachhaltigkeitsinitiative» gestimmt hätten, lässt sich somit zumindest aus dem vorhandenen Datenmaterial nicht bestätigen.

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