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SP-Co-Präsidentin phantasiert von Tausenden Hitzetoten, wo es höchstens ein paar hundert waren
Mattea Meyers PhantomtoteSP-Co-Präsidentin phantasiert von Tausenden Hitzetoten, wo es höchstens ein paar hundert waren

Mattea Meyers Phantomtote

SP-Co-Präsidentin phantasiert von Tausenden Hitzetoten, wo es höchstens ein paar hundert waren
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Eine Kolumne von Thomas Baumann

Kaum aus der Burnout-Pause zurück, lässt sich SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer vom Tages-Anzeiger interviewen.

Anlass: Der Budgetüberschuss des Bundes. Tenor: Anstatt dem Verteidigungsdepartement das Geld «hinterherzuschiessen» müsse man es zwingend in den Klima- und Hitzeschutz investieren.

Das Killerargument: «Es ist wirklich dramatisch: Die Über­sterblichkeit diesen Sommer hat fast schon Corona-Massstäbe»

Überprüfen wir diese Behauptung anhand der wöchentlichen Sterbedaten des Bundesamts für Statistik BFS. Relevant sind dabei nur die Daten der Über-65-Jährigen, bei den Jüngeren lässt sich kaum je eine statistische signifikante Übersterblichkeit feststellen.

Wir stellen fest: In den Jahren vor Corona trat Übersterblichkeit vor allem zum Jahresanfang auf. Der Grund ist bekannt: Die saisonale Grippe.

Mit Ausnahme des Jahres 2014 gab es in allen Jahren zwischen 2012 und 2020 eine Grippewelle, in der Regel von rund 5 Wochen, welche je nach Jahr in einer Übersterblichkeit von einigen hundert bis 2000 Seniorinnen und Senioren resultierte.

Besonders stark war diese Grippewelle im Jahr 2015: Sie dauerte 11 Wochen von Januar bis März und forderte über 2000 zusätzliche Todesopfer.

Mehr Grippe- als Coronatote

Bemerkenswert auch: Die Grippewelle im Frühjahr 2017 forderte ebenfalls mehr Todesopfer als die erste Corona-Welle im März 2020.

Massiver dann die zweite Corona-Welle von Oktober 2020 bis Januar 2021: Es resultierte eine Übersterblichkeit von 8500 Seniorinnen und Senioren.

Diese Zahl meinte Mattea Meyer wohl, als sie von «Corona-Massstäben» sprach.

Und Übersterblichkeit im Sommer? Im Jahr 2011 eine Woche mit 100, 2015 drei Wochen mit 300 zusätzlichen Todesfällen.

Eine Ausnahme ist das Jahr 2022: Während einer elfwöchigen Periode von Juni bis August resultierte eine Übersterblichkeit von fast 2000 Personen. Das wird dadurch relativiert, dass es in demselben Jahr nochmals eine längere Periode der Übersterblichkeit gab, nämlich von Oktober 2022 bis Januar 2023 mit über 3000 zusätzlichen Todesfällen, welche ganz sicher nicht hitzebedingt waren.

2023 dann noch eine Woche Übersterblichkeit im August mit 100 zusätzlichen Toten.

Dafür war auch die Grippe wieder da, wenn auch weniger regelmässig als vor Corona. Eine Welle von November bis Dezember 2023 mit rund 1000 Todesfällen und eine im Januar 2026 mit rund 700 zusätzliche Toten.

Hunderte statt Tausende Tote

Und der «Hitzesommer 2026»? Das BFS stellt bislang eine statistische signifikante Übersterblichkeit von drei Wochen mit etwas weniger als 450 zusätzlichen Todesfällen fest.

Eine «dramatische» Übersterblichkeit aufgrund der Hitze? Die Menschen sterben wie die Fliegen? Weit gefehlt! Die Grippe im Winter tötet nach wie vor mehr Menschen als die Sommerhitze.

Und eine Übersterblichkeit von weniger als 450 Personen lässt sich auch nicht gerade mit der Übersterblichkeit im Herbst/Winter 2020/2021 mit über 8500 Todesopfern vergleichen.

Bleibt nur eine Frage: Gemäss eigenem Bekunden rettete der eigene Garten und das darin aufgebaute Hochbeet die Politikerin aus dem Burnout. Was sie darin wohl angebaut hat?

(Foto Mattea Mayer: Parlament / Alessandro della Valle / Keystone)

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