Home Aktuelles, Nachrichten Wallis Eisgrotte am Rhonegletscher: Walliser Staatsrat bestätigt Ansicht von Umweltorganisationen
"Installationen und Plastikblachen am Rhonegletscher sind illegal"
Eisgrotte am Rhonegletscher: Walliser Staatsrat bestätigt Ansicht von Umweltorganisationen"Installationen und Plastikblachen am Rhonegletscher sind illegal"

Eisgrotte am Rhonegletscher: Walliser Staatsrat bestätigt Ansicht von Umweltorganisationen

"Installationen und Plastikblachen am Rhonegletscher sind illegal"
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Der Walliser Staatsrat hat wegen fehlender Baubewilligungen die sofortige Schließung der Eisgrotte am Rhonegletscher verfügt, die jedes Jahr rund 100.000 Besucher anzieht. 

Die Verfügung gegen den “Besuchermagnet im Eis” (SRF) ist allerdings noch nicht rechtskräftig, wie der Kanton auf Anfrage von Walliser Zeitung mitteilt. Dies, da “die Rekursfrist gegen den Entscheid des Staatsrates noch nicht abgelaufen ist”.  

Die Betreiber haben eine Frist von 30 Tagen, um beim Kantonsgericht Wallis Beschwerde einzulegen. Eine aufschiebende Wirkung wurde zwar aufgehoben, doch kann auf dem Beschwerdeweg deren Wiederherstellung beantragt werden. Derweil äußern sich die Umweltorganisationen, die beim Staatsrat eine Petition eingereicht hatten.

Mit der Petition verlangen Mountain Wilderness Schweiz, die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL-FP), die Oberwalliser Gruppe Umwelt und Verkehr (OGUV), Pro Natura Wallis und der WWF Wallis die Schließung der Eisgrotte und die Säuberung und Sanierung des Gebiets.

Die Umweltorganisationen schreiben, der Staatsrat bestätige mit dem Entscheid die Einschätzung von Natur- und Landschaftsschutzorganisationen. Damit werde “endlich der natürliche Charakter des empfindlichen Gebiets geschützt”, wie es das Gesetz verlange. Die Umweltorganisationen werden die Entwicklung beobachten, so schreiben sie und äußern weiter Folgendes (kursiv): 

Natur- und Landschaftsorganisationen wiesen jahrelang auf einen Umweltskandal am Rhonegletscher im Wallis hin. Plastikblachen, die das Abschmelzen der kommerziell genutzten Eisgrotte verhindern sollten, verschmutzen den Gletschersee und die Quelle der Rhone. Auch Wege und Installationen, für welche es gemäss Walliser Staatsrat nie eine Bewilligung gab, beeinträchtigen die national geschützte Landschaft (BLN-Gebiet Nr. 1710, Rhonegletscher mit Vorgelände).

Im Oktober 2023 hatte die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL-FP) beim Staatsrat des Kantons Wallis und bei der Kantonalen Baukommission eine Strafanzeige eingereicht. Darin wies die SL-FP darauf hin, dass sowohl für die Plastikabdeckungen bei der alten Eisgrotte wie auch für die neu ausgebrochene Grotte Baubewilligungen fehlten. Die SL-FP forderte die Abklärung der Situation, einen Baustopp an der neuen Eisgrotte sowie die Entfernung sämtlicher Plastikabdeckungen – notfalls als Ersatzvornahme durch das VBS, sollte der Eigentümer dazu nicht in der Lage sein.

Nun gibt der Staatsrat der SL-FP recht und stützt den Entscheid der kantonalen Baukommission. Laut Walliser Boten bestätigt die Kantonsregierung, dass der Bau einer solch grossen Eisgrotte sowie das Verlegen von Abdeckplanen auf dem Gletscher zwingend baubewilligungspflichtig seien. Weil sich die Anlagen jedoch in einer Auenschutzzone und in einem Gletschervorfeld von nationaler Bedeutung befinden, könne eine solche Bewilligung gar nicht erteilt werden.

«Ein erfreulicher Entscheid des Walliser Staatsrats», stellt Matteo Riva von der SL-FP fest. «Die Anweisung ist klar. Der unhaltbare Zustand am Rhonegletscher muss sofort enden.»

«Ich freue mich, dass der Staatsrat so entschieden hat und hoffe sehr, dass die Verschmutzung am Rhonegletscher nun endlich aufhört», sagt auch Brigitte Wolf, Co-Präsidentin der Grünen Wallis und Initiantin der Petition «Befreien und schützen wir den Rhonegletscher!», welche am 4. August 2026 mit mehr als 10’000 Unterschriften an Staatsrat Franz Ruppen überreicht wurde.

«Wir werden die Entfernung aller Blachen und den vollständigen Rückbau der Bauten beobachten und allenfalls wieder aktiv werden», sagt Brigitte Wolf. Die weiteren Forderungen der Petition, für die sich die Organisationen einsetzen, sind der freie Zugang zum Rhonegletscher und der Schutz des neu entstehenden Ökosystems.

Eisgrotte am RhonegletscherDer Gletscher schmilzt, die Blachen bleiben

(pd,rm)
(Fotos: zVg / Brigitte Wolf)

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