Verluderung der SittenAus den Augen, aus dem Sinn
Ein Kommentar von Thomas Baumann
Ja früher, da gedachte man noch der Toten im Wallis. Heute scheint jedoch eher die Devise zu gelten: Aus den Augen, aus dem Sinn. Wie sich die Zeiten doch geändert haben…
Gut, eine Rolle könnte auch spielen, dass es sich bei der Mehrheit um fremde Fötzel gehandelt hat.
Die Rede ist von der Mattmark-Katastrophe, bei der am 30. August vor genau 61 Jahren 88 Menschen starben, davon 56 sogenannte ‹Gastarbeiter› (wie man sie damals zu nennen pflegte) aus Italien.
Aus Anlass der 61. Wiederkehr des Todestages wurde in Saas-Grund am Samstag 30. August ein Mahnmal eingeweiht, das an die Katastrophe und die Toten erinnert.
Angehörige der Opfer waren vor Ort, die italienische Generalkonsulin und sogar der Bischof von Sitten Jean-Marie Lovey — doch vom Walliser Staatsrat keine Spur.
Das ist umso beschämender, als eine Woche zuvor beim Jodlertreffen im benachbarten Saas-Balen gleich beide Staatsräte aus dem Oberwallis anwesend waren.
Offenbar feiert man in der Regierung eben lieber, als dass man der Toten gedenkt. Zumal es sich ja meist ‹nur› um fremde Fötzel gehandelt hat…
(Bild: Mattmark-Mahmmal / Kt. VS)
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