
Brand Crans-Montana: Keine Autopsien?Rechtsmedizin blieb offenbar außen vor
Die Eltern wollten eigentlich ihren Sohn beerdigen, doch dann kam das Unerwartetet. Das Opfer aus Italien, das bei der Katatstrophe – oder dem Verbrechen, je nach Auffassung – getötet wurde, sah unversehrt aus.
Die Eltern wunderen sich und fragten sich, warum in Kind in Crans-Montana gestorben ist. Sie wollten wissen, was passiert ist.
Anders als die Walliser Ermittlungsbehörden, die – wie gewohnt und anders als in anderen Kantonen üblich – mauern, kommunzieren die italienischen Justizbehörden.
Und durch die Eltern und die italienische Justiz kommt offenbar nun ans Licht, daß die Walliser Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud offenbar Autopsien nicht anordnete, für überflüssig hielt.
Sie gab die Leichname ohne Obduktion frei zur Beerdigung.
Der Leichnam sei nicht obduziert gewesen, so äußert sich Jean-Luc Addor, Anwalt der Mutter.
Bis heute ist unklar, was in der Silvesternacht geschah. Warum lief die Musk weiter? Lief Frau Moretti mit der Kasse und den Tageseinahmen (140 Fr. Eintritt, 500 Fr. die Flasche Champagner) der 300 bis 400 jungen Gäste weg? Warum konnten soviele junge Menscshen nicht entkommen, starben?
War der Notausgang blockiert und sie waren eingeschlossen? Wurden sie vom Rauch betäubt und ohnmächtig? Wurden Sie in der Panik erdrückt / erstickt, wie es oft bei so tragischen Ereignissen passiert, bei der Massen an Menschen in Panik geraten? Oder sind sie verbrannt? Was ist passiert? Fragen über Fragen.
Obduktionen hätten darüber Aufschluß geben können.
Aber offenbar wurden sie nicht einmal vorgenommen.
Unmittelbar nachdem die Mutter am 4. Januar ihre Klientin geworden sei, haben die Anwälte die Staatsanwaltschaft Wallis gefragt, ob eine Obduktion durchgeführt worden sei. Doch die auch gegenüber von Anwälten der Opfer – wie pietätlos ist das? – scheint die Generalstaatsanwältin die gleiche Strategie zu fahren wie gegenüber Medien. Einfach keine Antwort oder Mails, man werde noch antworten, aber wochenlang kommt nichts.
„Wir haben von der Staatsanwaltschaft keine Antwort bekommen, wie auf fast alle unsere Fragen“, beklagt Addor in der NZZ.
Als er erfuhr, daß die Beerdigung in zwei Tagen stattfinden sollte, forderte Addor von der Staatsanwaltschaft dringend eine Obduktion. Erst dann wurde sie vorgenommen. Der Jugendliche starb an einer Rauchvergiftung, ist wohl erstickt.
Offenbar hat die Walliser Staatsanwaltschaft unter Führung ihrer Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud keine Brandopfer gerichtsmedizinisch hat untersuchen lassen.
Auch anderen Opferanwälen, wie Sebastian Fanti, sind keine Obduktionen bekannt. Die Staatsanwaltschaft Wallis scheint einfach auf diese verzichtet zu haben, sie als unnötig eingestuft zu haben.
Die ganze Welt schaut auf die Schweiz, auf das Wallis mit dem furchtbaren Ereignis und möchte wissen, was passiert ist. Doch auch anderswo wird das Handeln beziehungsweise Unterlassen der Staatsanwaltschaft Wallis bekannt.
Brandschutz im Wallis soll verstärkt werdenNeue Formulare, Koordinierungs-Maßnahmen und Überwachung
Staatsrat plant Crans-Montana-Opfer-StiftungBesondere Lage wird aufgehoben
Spendenkonto Crans-Montana eingerichtetFinanzielle Hilfe und Verbot von pyrotechnischen Gegenständen
Charlie Hebdo und Crans-MontanaDas französische Satiremagazin legt nach
Brand Crans-Montana: Verhaftung von Jacques MorettiKehrtwende der Staatsanwaltschaft Wallis
Katastrophe von Crans-Montana: Suche nach GerechtigkeitZwischen Aufklärung und Schuldsehnsucht
Nach Brand in Crans-Montana vermißt: Weitere Identifikationen14 und 15-jährige unter den Todesopfern
Tragödie in Crans-Montana: Air Zermatt im GroßaufgebotLuftrettung im Wallis bleibt sichergestellt
Explosion Crans-Montana: Bundespräsident Guy Parmelin im WallisLagebericht zur Betreuung der Opfer
Brandursache Crans-MontanaWarum ist in Crans-Montana Feuer ausgebrochen
Explosion / Brand in Crans-Montana40 Tote, viele der über 119 Verletzten in kritischem Zustand
Brandursache Crans-MontanaWarum ist in Crans-Montana Feuer ausgebrochen
Drama von Crans-Montana in Bar Le ConstellationAktueller Stand zu den eingesetzten Mitteln
Brand in Bar «Le Constellation» in Crans-MontanaBisher 40 Todesopfer
(rm)
(Symbolbild: Obduktion)

